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02.10.2026
15:40 Uhr
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Spaniens Regierung um Ministerpräsident Pedro Sánchez hat voraussichtlich keine Mehrheit für zentrale Vorhaben gegen die Wohnungskrise. Neuwahlen stehen im Raum.

Der spanischen Minderheitsregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez droht eine Niederlage bei einem zentralen Gesetzesvorhaben zur Wohnungskrise . Die katalanische Partei Junts, auf deren Stimmen die Regierung angewiesen ist, teilte mit, gegen das Maßnahmenpaket zu stimmen. Dieses sieht unter anderem einen Mietenstopp und einen erweiterten Kündigungsschutz vor. Die Parlamentssprecherin von Junts, Míriam Nogueras, argumentierte, die Maßnahmen würden das Gegenteil des Beabsichtigten bewirken: »Eine Wohnung zu finden, wird jeden Tag schwieriger. Unsere Verantwortung ist es, Sicherheit zu schaffen, nicht Unsicherheit.« Die konservative Volkspartei (PP) und die rechte Vox-Partei wollen die Vorlagen ebenfalls ablehnen. Damit ist ein Scheitern der Maßnahmen wahrscheinlich. Die drohende Niederlage löste in den spanischen Medien Spekulationen aus, ob Ministerpräsident Pedro Sánchez die für das kommende Jahr geplante Parlamentswahl vorziehen könnte. Sánchez hat sich zu dieser Frage bisher nicht geäußert. Zwangsräumung in Madrid löst Protestwelle aus Die durchschnittliche Miete in Spanien hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Nach Angaben des Immobilienportals Idealista stieg der durchschnittliche Quadratmeterpreis von 8,20 Euro im Jahr 2016 auf 15,10 Euro in diesem Jahr. Für junge Menschen entspricht die Durchschnittsmiete von 1.176 Euro laut dem spanischen Jugendrat fast 99 Prozent ihres Durchschnittsgehalts. Eine im Fernsehen übertragene Zwangsräumung bei der 87-jährigen Maricarmen Abascal in Madrid hatte vergangene Woche zu landesweiten Protesten geführt und eine Welle der Empörung über die hohen Wohnkosten ausgelöst. In Madrid und anderen Städten errichteten Demonstranten Zeltlager. »Die Leute haben gesagt: ›Es reicht‹«, sagte Abascals Anwältin, Beatriz Duro. Die 87-Jährige durfte mittlerweile in ihre Wohnung zurückkehren .