Zeit 30.05.2026
09:38 Uhr

Washington, D. C.: Umbenennung des Kennedy Centers war unrechtmäßig


Donald Trumps Name muss von der Fassade des Kennedy Centers entfernt werden, das hat ein Bundesgericht entschieden. Der US-Präsident reagierte verärgert auf das Urteil.

Washington, D. C.: Umbenennung des Kennedy Centers war unrechtmäßig
Die Umbenennung des John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts in der Hauptstadt Washington, D. C. nach US-Präsident Donald Trump ist illegal. Das entschied ein Bundesgericht in Washington. Der Aufsichtsrat der prestigeträchtigen Kultureinrichtung habe mit der Namensänderung seine Befugnisse überschritten. Der US-Kongress habe die Kultureinrichtung nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy benannt und nur der Kongress habe das Recht, den Namen zu ändern. Auch die Entscheidung des Leitungsgremiums der Einrichtung, das Zentrum für Renovierungsarbeiten für zwei Jahre zu schließen, sei nicht rechtmäßig. Als Reaktion auf das Urteil kündigte Trump an, die Verantwortung für das Kennedy Center vollumfänglich an den US-Kongress übertragen zu wollen und die Renovierungspläne nicht weiterzuverfolgen. Wenn er nicht uneingeschränkt über die Zukunft des Kennedy Centers verfügen könne, habe er »kein Interesse« mehr daran, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform. Noch nie sei ein US-Präsident von den Gerichten so »unfair« behandelt worden. Kurz nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr hat Trump das Kennedy Center unter seine Kontrolle gebracht und einen Kampf gegen »antiamerikanische Propaganda« in der Kulturwelt angekündigt. Er entließ mehrere Mitglieder des Kuratoriums, übernahm den Vorsitz und beauftragte seinen Vertrauten und ehemaligen US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, die Institution neu auszurichten. Im Dezember wurde das Kennedy Center in Trump and Kennedy Center umbenannt . Trumps Name wurde an der Fassade des Gebäudes oberhalb des von John F. Kennedy angebracht. Rat will in Berufung gehen Die Leitung der Kultureinrichtung, die als eine der bekanntesten und wichtigsten in den USA gilt, hatte vor Trumps Äußerungen angekündigt, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen. Roma Daravi, eine Sprecherin des Kennedy Centers, sagte, man sei »zuversichtlich, dass das Gericht im Berufungsverfahren den Willen des Rats bestätigen wird, die historischen Beiträge von Präsident Trump zum Kulturzentrum unserer Nation zu würdigen«. Die Übernahme des Zentrums durch Trump hatte zu großem Protest geführt und etliche namhafte Künstler, Gruppen und Produktionen sagten ihre geplanten Vorstellungen dort ab. Im Kennedy Center am Potomac-Fluss in Washington werden traditionell alle Genres von Theater, Tanz und Musik gezeigt. Das Kennedy Center wurde 1971 eröffnet und nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy (1917–1963) benannt.