Zeit 18.08.2026
05:11 Uhr

Waldbrand: Feuerwehr erwartet starke Winde bei Brand im Hohen Venn


Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn hat sich die Ausbreitung der Brände zunächst verlangsamt. Einsatzkräfte rechnen dennoch mit wochenlangen Löscharbeiten.

Waldbrand: Feuerwehr erwartet starke Winde bei Brand im Hohen Venn
Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn hat der Kampf gegen die verheerenden Flächenbrände über Nacht angedauert. Die Brandlinie war nach Angaben der Feuerwehr Monschau am Montagabend rund 2,3 Kilometer von der deutschen Landesgrenze entfernt. In mehreren Schichten waren demnach zuletzt insgesamt 240 deutsche Einsatzkräfte von Feuerwehren , Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten und Polizei im Einsatz. Die Feuerwehr rechnet indes mit starken Winden und Böen aus Richtung Südwest. Deshalb bereite man sich nun auf eine »ganz neue Lage« vor, sagte Monschaus Feuerwehr-Einsatzleiter Philipp Krüger. Zugleich erwartet der Deutsche Wetterdienst für Monschau an diesem Dienstag mehr Regen als am Vortag. Nach Angaben des belgischen Innenministers Bernard Quintin hatten günstige Wetterbedingungen die Ausbreitung des Brandes am Montag stark verlangsamt. Allerdings sei das Feuer unberechenbar, sagte er der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Selbst wenn es unter Kontrolle gebracht worden sei, müsse man das Gebiet unter Wasser setzen, um ein erneutes Aufflammen zu vermeiden. Die Nachlöscharbeiten dürften demnach Wochen dauern. Keine weiteren Evakuierungen geplant Der Waldbrand im Hohen Venn ist einer der größten in der Geschichte Belgiens . Am Sonntagabend hatte er sich der deutschen Grenze so weit genähert, dass in Monschau-Kalterherberg etwa 30 Einwohner aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen mussten. Nach Angaben des Feuerwehrsprechers sind keine weiteren Evakuierungen geplant. Angesichts zunehmender Waldbrandgefahr diskutieren Politiker über geeignete Maßnahmen. Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Banse, forderte mehr Vorbeugung. »Wichtig wäre es, die Menschen stärker dafür zu sensibilisieren, wie gefährlich bestimmtes Verhalten im Wald sein kann – zum Beispiel in den Nachrichten, in Schulen oder über soziale Medien«, sagte Banse dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). So könnten etwa Lagerfeuer, illegales Grillen oder weggeworfene Zigaretten große Feuer auslösen. Auch die Ausbildung bei der Feuerwehr müsse sich ändern und die Bekämpfung von Waldbränden müsse mehr trainiert werden, forderte der Verbandschef. Skeptisch äußerte sich Banse zu Verboten, Waldstücke bei großer Brandgefahr zu betreten. Theoretisch sei es möglich, dies zu untersagen, sagte er. »Aber es lässt sich in der Praxis kaum durchsetzen. Man kann einen Wald nicht absperren oder einzäunen.« Die Polizei könne auch nicht für Kontrollen im Wald patrouillieren.