Zeit 16.03.2026
15:25 Uhr

Ver.di: Streiks im Nahverkehr in mehreren Bundesländern ab Donnerstag


Die Gewerkschaft Ver.di hat Mitarbeiter im Nahverkehr zum Streik aufgerufen. Betroffen sind Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Weitere Bundesländer könnten folgen.

Ver.di: Streiks im Nahverkehr in mehreren Bundesländern ab Donnerstag
Die Gewerkschaft Ver.di hat die ÖPNV-Beschäftigten in mehreren Bundesländern für kommenden Donnerstag zum Streik aufgerufen. Betroffen sind Fahrgäste in Bayern, Hamburg und erneut in Nordrhein-Westfalen, wo bereits am heutigen Montag und Dienstag gestreikt wird. Die Teilnahme weiterer Bundesländer ist noch offen. In Hessen soll sich laut Ver.di im Laufe des Montags nach den aktuellen Verhandlungsgesprächen entscheiden, ob die Gewerkschaft ebenfalls für den 19. März zum Streik aufruft. In Bremen soll diese Entscheidung nach den dortigen Verhandlungen am kommenden Mittwoch getroffen werden. Auch im Saarland und in Brandenburg ist noch offen, ob sich die Länder an dem erneuten Arbeitskampf beteiligen. Beide Länder waren in der ursprünglichen Ver.di-Mitteilung als Teilnehmer aufgeführt. Die Landesbezirke korrigierten die Angaben inzwischen. Es ist bereits das dritte Mal in der laufenden Tarifrunde, dass die Nahverkehrsunternehmen in mehreren Bundesländern gleichzeitig bestreikt werden. Dabei geht es Ver.di zufolge um die Arbeitsbedingungen für knapp 100.000 Beschäftigte in 150 Unternehmen in allen Bundesländern. Kürzere Wochenarbeitszeit, höhere Zuschläge Ver.di fordert je nach Bundesland unterschiedliche Verbesserungen, um die Angestellten zu entlasten. Dazu zählen etwa eine kürzere Wochenarbeitszeit, längere Ruhezeiten zwischen den Diensten sowie höhere Zuschläge für Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit. In Bayern , Brandenburg , Thüringen , dem Saarland und bei der Hamburger Hochbahn geht es ⁠zudem um höhere Löhne ​und Gehälter. "In vielen Ländern stehen wir – im vierten Monat der Tarifrunde – leider immer noch am Anfang", sagte Ver.di-Vizevorsitzende Christine Behle. "Die Zeiten seien schwierig, heißt es von den Arbeitgebern. Allerdings können wir uns Zögerlichkeit am Verhandlungstisch nicht leisten, es müssen dringend Lösungen her." In Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg wurde Ver.di zufolge bereits ein Tarifergebnis erzielt. "Wir haben in den Ländern teils sehr unterschiedliche Verhandlungsstände", sagte Behle. "Wir rufen daher nur dort zu Streiks auf, wo es jetzt wirklich Druck braucht." "Wenn ​es am Verhandlungstisch gut vorangeht, bleiben Streiks aus" Die Proteste seien ein Signal ‌für bessere Arbeitsbedingungen. "Aber wir streiken nicht aus Prinzip", sagte Behle. "Wenn ​es am Verhandlungstisch gut vorangeht, bleiben Streiks aus." Ziel der Gewerkschaft sei ⁠es, die hohe ​Belastung der Beschäftigten zu senken und die ‌Berufe wieder attraktiver zu machen. Nur so könne man die hohe Personalfluktuation stoppen und den Mangel an Fahrerinnen ‌und Fahrern bekämpfen. "Wenn uns das nicht gelingt, ist der ÖPNV massiv gefährdet – als Daseinsvorsorge, ​als Garant für Teilhabe und für Lebensqualität", sagte Behle.