Zeit 07.08.2026
07:32 Uhr

Venezuela: Regierung und Opposition in Venezuela beginnen offiziellen Dialog


Unter US-Schirmherrschaft laufen in Venezuela Gespräche über die Stärkung der Demokratie und den Schutz der Opposition. Nobelpreisträgerin Machado nimmt nicht teil.

Venezuela: Regierung und Opposition in Venezuela beginnen offiziellen Dialog
In Venezuela haben Regierung und Teile der Opposition offiziell mit einem von den USA vermittelten Dialog begonnen. Bei den Gesprächen gehe es um die Stärkung der Demokratie und die Garantie politischer Rechte für die Opposition, hieß es zum Auftakt am Donnerstag. Zudem soll über das weitere Vorgehen nach dem schweren Erdbeben gesprochen werden, bei dem Ende Juni mehr als 6.000 Menschen starben. Viele Venezolaner hoffen auf einen Übergangsprozess hin zu Neuwahlen – denn die Gespräche finden nach Monaten der politischen Unsicherheit statt: Im Januar war Venezuelas damaliger Präsident Nicolás Maduro bei einem US-Militäreinsatz in der Hauptstadt Caracas gefangengenommen und gemeinsam mit seiner Ehefrau Cilia Flores in die USA verschleppt worden . Er sitzt in New York in Haft, wo ihm wegen »Drogenterrorismus« der Prozess gemacht werden soll . Bislang keine Neuwahlen in Sicht Nach dem Eingreifen der Vereinigten Staaten hatte deren Präsident Donald Trump gesagt, Venezuela stehe nun unter der Kontrolle der USA. Später wurde die von der US-Regierung gestützte frühere Stellvertreterin Maduro, Delcy Rodríguez , zur Übergangspräsidentin ernannt. Trotz mehrfacher Zusagen, das Land zu demokratisieren, gibt es laut der Menschenrechtsorganisation Foro Penal noch mindestens 380 politische Gefangene. Neuwahlen sind bislang nicht angekündigt. Parlamentspräsident Jorge Rodríguez, Bruder der Übergangspräsidentin, steht bei dem nun begonnenen Dialog der Regierungsdelegation vor. Die Opposition wird von der früheren Abgeordneten Dinorah Figuera angeführt. Sie lebte lange im spanischen Exil, war jedoch am Mittwoch nach Venezuela zurückgekehrt. Nach dem ersten Gesprächstag teilte Figuera auf X mit, der begonnene Prozess werde die Route für Demokratie und funktionierende Institutionen in Venezuela festlegen. Figuera ist die Präsidentin der 2015 gewählten Nationalversammlung, in der die Opposition die Mehrheit hat. Aus Angst vor einem Machtverlust hatte Maduro damals das Parlament entmachtet und 2017 ein paralleles Parlament als verfassungsgebende Versammlung eingesetzt. Machado nicht Teil der Gespräche Venezuelas bekannteste Oppositionspolitikerin María Corina Machado wurde nicht zu den Gesprächen in Caracas eingeladen. Sie hatte bereits Ende Juli mitgeteilt, weder an der Ausarbeitung noch an der Umsetzung des Vorhabens beteiligt zu sein. Allerdings betonte die Friedensnobelpreisträgerin, sie werde »kein Hindernis für eine Initiative sein, die echte Fortschritte« für Venezuela bringe. Zugleich bekräftigte sie ihre Forderung nach einer neuen Präsidentschaftswahl. Machado lebt seit Dezember im Exil, nachdem sie Venezuela heimlich verlassen hatte, um in Oslo den Friedensnobelpreis entgegenzunehmen.