Zeit 02.10.2026
09:02 Uhr

Statistisches Bundesamt: Haushaltsdefizit von Bund, Ländern und Kommunen höher als 2025


Die Staatsschulden sind im ersten Halbjahr 2026 um knapp 99 Milliarden Euro gestiegen. Die Ausgaben stiegen um 6 Prozent, die Einnahmen dagegen nur um 2 Prozent.

Statistisches Bundesamt: Haushaltsdefizit von Bund, Ländern und Kommunen höher als 2025
Das Defizit der öffentlichen Haushalte in Deutschland ist im ersten Halbjahr deutlich höher ausgefallen als im Vorjahr. Insgesamt lag das Haushaltsdefizit laut Statistischem Bundesamt bei 98,8 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 58,5 Milliarden Euro gewesen. Der Anstieg geht darauf zurück, dass die Ausgaben von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung ‌mit ⁠rund sechs Prozent deutlich ​stärker stiegen als die Einnahmen mit etwa zwei Prozent. Alle staatlichen Ebenen schlossen die erste Jahreshälfte mit einem Defizit ​ab. Tankrabatt und Senkung der Stromsteuer lassen Steuereinnahmen sinken Den größten Anteil am Gesamtdefizit hatte der Bund, dessen Finanzierungsloch sich auf 72,3 Milliarden Euro mehr als verdoppelte. Zu gesunkenen Einnahmen führten Entlastungsmaßnahmen der Regierung wie die Senkung der Stromsteuer für Industrie und Landwirtschaft sowie der sogenannte Tankrabatt im Mai und Juni . Die Steuereinnahmen ​des Bundes sanken daher um 3,1 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Ausgaben ‌kräftig, unter anderem wegen deutlich ‌höherer Zinskosten. Für den öffentlichen Gesamthaushalt kletterten die Zinsausgaben ​im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Fünftel auf 31,2 Milliarden Euro. Investoren verlangen deutlich höhere Renditen für den ​Kauf von Bundesanleihen, unter anderem wegen der gestiegenen Inflation und der Konkurrenz durch attraktive Unternehmensanleihen, etwa zur Finanzierung von Datenzentren für Künstliche Intelligenz. Auch die ‌Kommunen schrieben tiefrote Zahlen. Ihr Finanzierungsdefizit verharrte mit 20,1 ​Milliarden Euro auf dem Rekordniveau des Vorjahres, dem höchsten Wert für ⁠eine erste Jahreshälfte ​seit der Wiedervereinigung. Die Länder verzeichneten zusammengenommen ‌ein Minus von 6,3 Milliarden Euro, wobei einzelne Bundesländer wie Bayern und Sachsen Überschüsse erzielten. Die Sozialversicherung ‌schloss nahezu ausgeglichen ab. Dies gelang auch deshalb, weil sie durch Darlehen ​des Bundes in Höhe von insgesamt 10,2 Milliarden Euro gestützt wurde.