Zeit 18.08.2026
10:58 Uhr

Spionage für Russland: Gericht verurteilt Ukrainer wegen Agententätigkeit für Russland


Weil er Brandanschläge im Auftrag Russlands vorbereitet haben soll, ist ein Ukrainer in Stuttgart zu Haft verurteilt worden. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen.

Spionage für Russland: Gericht verurteilt Ukrainer wegen Agententätigkeit für Russland
Ein junger Ukrainer ist in Stuttgart wegen Agententätigkeit für Russland zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er im Auftrag Russlands Brandanschläge vorbereitet haben. Zum Auftraggeber und den konkreten Tatvorwürfen äußerte sich das Gericht beim Urteilsspruch und zu Beginn der derzeit laufenden Begründung noch nicht. Zwei weitere Ukrainer, die ebenfalls angeklagt waren, sprach das Gericht frei. Die Bundesanwaltschaft hatte Haftstrafen zwischen zwei Jahren und neun Monaten und vier Jahren und drei Monaten gefordert. Die Verteidiger verlangten Freisprüche. Im Mai des vergangenen Jahres waren die drei Angeklagten in Köln, Konstanz und im Schweizer Kanton Thurgau festgenommen worden. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft sollen sie an einem Sabotageplan beteiligt gewesen sein. Konkret wurde ihnen vorgeworfen, im März 2025 über einen ukrainischen Postdienst zwei Pakete mit GPS-Trackern in Richtung Ukraine verschickt zu haben. Den Auftrag hierzu sollte laut Generalbundesanwalt ein russischer Nachrichtendienst erteilt haben, über Mittelsmänner aus der ukrainischen Stadt Mariupol. Damit sollten Routen und Transportabläufe bei dem Paketdienstleister ausgeforscht werden. Verdächtige bei Vorbereitungen festgenommen Nach Angaben der Anklage sollten die Männer im nächsten Schritt Pakete mit Brandsätzen verschicken. Diese sollten sich bereits während des Transports entzünden. Ziel war es laut Bundesanwaltschaft, in Deutschland oder auf dem Weg in nicht von Russland besetzte Gebiete der Ukraine möglichst großen Schaden anzurichten. Dadurch sollte auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beeinträchtigt werden. Die drei Männer sollen sich bereit erklärt haben, die Pakete zu verschicken. Doch bereits bei der Vorbereitung der geplanten Anschläge kamen die Ermittler ihnen auf die Spur. Der Fall erinnert an einen Vorfall aus dem Jahr 2024. Damals fing ein Luftfrachtpaket in einem DHL-Logistikzentrum in Leipzig Feuer. Sicherheitsbehörden vermuten, dass das Paket im Auftrag Russlands dort platziert worden war. Nach Einschätzung des damaligen Verfassungsschutzpräsidenten Thomas Haldenwang wäre es beinahe zu einem Flugzeugabsturz gekommen. Nur durch Zufall habe sich das Paket nicht während des Fluges entzündet. Erst Anfang August wurde am Leipziger Flughafen eine Drohne mit Sprengstoff und einem Zünder entdeckt. Sie lag in der Nähe von ukrainischen Transportflugzeugen. Außerdem stieß ein Flugzeug mit einem kleinen, unbekannten Flugobjekt zusammen. Möglicherweise handelte es sich dabei um eine zweite Drohne. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts, dass eine Sprengstoffexplosion ausgelöst werden sollte. Außerdem geht es um einen möglichen gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem »hybriden« Angriff durch »fremde Mächte«.