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18.03.2026
06:58 Uhr
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Leistungsdruck und Sorgen um die Zukunft: Ein Viertel der Schüler fühlte sich 2025 psychisch belastet. Besonders betroffen sind Kinder aus einkommensschwachen Familien.

Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist erstmals nach der Coronapandemie wieder gestiegen. Im vergangenen Jahr fühlte sich ein Viertel der Schülerinnen und Schüler psychisch belastet, wie aus dem Schulbarometer der Robert-Bosch-Stiftung hervorgeht. 2024 waren es 21 Prozent . Die soziale Herkunft bleibt dabei ein entscheidender Faktor. Kinder aus einkommensschwachen Familien berichten demnach überdurchschnittlich häufig von psychischer Belastung (31 Prozent), geringem schulischem Wohlbefinden (29 Prozent) und niedriger Lebensqualität (36 Prozent). Gleichzeitig empfindet fast die Hälfte aller Befragten hohen Leistungsdruck und gibt an, auch am Wochenende für die Schule lernen zu müssen. "Auch wenn es dem Großteil der jungen Menschen in Deutschland gut geht, ist der erneute Anstieg der psychischen Belastung ein Warnsignal, das wir nicht ignorieren dürfen", sagte Studien-Co-Autorin Anna Gronostaj. Als mögliche Gründe für den Anstieg der psychischen Belastung nennt die Studie unter anderem Sorgen um die eigene Zukunft, Ängste wegen Kriegen und Krisen sowie einen leichteren Zugang zu möglicherweise belastenden Informationen in sozialen Netzwerken . Ein Drittel erlebt regelmäßig Mobbing Auch Mobbing ist demnach für viele Schülerinnen und Schüler Alltag. Ein Drittel der 11- bis 17-Jährigen wird eigenen Angaben zufolge mindestens einmal im Monat von Mitschülern schikaniert, jede und jeder Zehnte sogar wöchentlich oder täglich. Besonders häufig sind mit 38 Prozent demnach 14-Jährige betroffen. Das Mobbing erleben die Schülerinnen und Schüler häufiger im persönlichen Kontakt als im Internet, es tritt aber häufig in Kombination mit Cybermobbing auf. Die Studienautoren sehen allerdings auch Möglichkeiten für Schulen, die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder zu verbessern. Guter Unterricht sei ein Schlüssel, sagte Studien-Co-Autorin Gronostaj. "Unsere Studie zeigt, was hilft: Wenn Lehrkräfte unterstützen und sie fordern, ohne zu überfordern, und zudem das Klassenklima gut ist, geht es Kindern besser." Kinder, die Vertrauen in ihre eigenen schulischen Fähigkeiten haben, fühlten sich insgesamt wohler. Wunsch nach mehr Mitbestimmung Ein großer Wunsch von Schülerinnen und Schülern ist der Umfrage zufolge auch mehr Mitbestimmung an den Schulen. Knapp drei Viertel der Befragten (74 Prozent) wünschen sich mehr Einfluss bei der Auswahl von Themen und Inhalten im Unterricht und bei der Entscheidung, ob eine Aufgabe alleine oder mit anderen bearbeitet wird. Das gilt auch für die Festlegung von Bewertungsmaßstäben bei Prüfungen. Mit dem Schulbarometer lässt die Robert-Bosch-Stiftung seit 2019 regelmäßig repräsentative Umfragen zur aktuellen Situation der Schulen in Deutschland erheben. Seit 2024 werden neben Lehrkräften auch Schülerinnen und Schüler befragt. Für die aktuelle Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Mai und Juni 2025 insgesamt rund 1.500 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 17 Jahren sowie jeweils ein Elternteil.