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20.03.2026
16:57 Uhr
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Collien Fernandes hat ihren Ex-Mann Christian Ulmen wegen Identitätsdiebstahls und schwerer Bedrohung angezeigt. Ulmens Anwalt spricht von "unwahren Tatsachen".

Die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen langjährige sexualisierte Gewalt vor. In einem Instagram-Beitrag schrieb die 44-Jährige am Donnerstag, dass unter ihrem Namen über Jahre hinweg Fake-Profile auf verschiedenen Onlineplattformen erstellt worden seien. Über diese Profile seien Männer aus ihrem beruflichen Umfeld kontaktiert worden und hätten unter anderem angebliche Nacktfotos und Sexvideos von ihr geschickt bekommen. Zuerst hatte der Spiegel über die Vorwürfe von Fernandes berichtet. 30 Männer hätten teils über mehrere Jahre hinweg vermeintlich eine intensive Onlineaffäre mit ihr gehabt, schrieb Fernandes auf Instagram und fügte hinzu: "Menschen aus der Branche glaubten, dass ich tatsächlich dahintersteckte." Die Vorgänge hätten sich auch fortgesetzt, als sie das Thema 2023 öffentlich gemacht habe, schrieb Fernandes. Erst als sie eine Anzeige gegen unbekannt erstattet habe, sei Ulmen ihr gegenüber geständig gewesen und habe unter anderem vorgebracht, er habe "aus einer Art Besitzdenken heraus" so gehandelt. Anzeige und Ermittlungen in Spanien Der Oberste Gerichtshof der Balearen bestätigte auf ZEIT-Anfrage, dass ein Vorverfahren gegen Ulmen geführt werde. Die Ermittlungen gegen den 50 Jahre alten Schauspieler und Moderator würden vom Vorsitzenden Richter der Abteilung Gewalt gegen Frauen in Palma de Mallorca geführt, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Das Vorverfahren wurde demnach am 2. Dezember 2025 eingeleitet, nachdem Fernandes Anzeige erstattet hatte. Das Paar, das eine gemeinsame Tochter hat, hatte im September 2025 seine Trennung öffentlich gemacht und ist inzwischen geschieden. Die Familie hatte über viele Jahre einen Wohnsitz auf Mallorca. Die Gerichtssprecherin in Palma teilte weiter mit, das Verfahren befinde sich in einem sehr frühen und vertraulichen Stadium. Die von Fernandes erhobenen Vorwürfe lauten demnach auf Identitätsdiebstahl, Geheimnisverrat, öffentliche Verleumdung, wiederholte Misshandlung und schwere Bedrohung. Die Sprecherin hob hervor, dass dies lediglich der Inhalt der Anzeige sei. Die konkreten Straftaten, wegen derer ermittelt werde, würden später festgelegt, wenn die Staatsanwaltschaft ihre Bewertung und eine formelle Anklage vorlege. Ulmens Anwalt kündigt Vorgehen gegen "Spiegel" an Am Donnerstag hatte der Spiegel eine ausführliche Recherche zu dem Fall veröffentlicht. Demnach hatte das Magazin Ulmen vor der Veröffentlichung einen umfangreichen Fragenkatalog zu den Vorwürfen geschickt, den er unbeantwortet gelassen habe. Ulmens damalige Anwälte gingen laut Spiegel in einem Hintergrundgespräch auf einen Teil der Vorwürfe ein, hätten jedoch vorab zur Bedingung gemacht, dass das Magazin über Inhalte des Gesprächs nicht berichten dürfe. Nach Veröffentlichung des Spiegel -Artikels teilte der Berliner Rechtsanwalt Christian Schertz mit, Ulmen mit sofortiger Wirkung alleine presserechtlich zu vertreten. Die Berichterstattung des Spiegel sei "nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig", schrieb Schertz. Seine Kanzlei sei daher auch beauftragt, rechtliche Schritte gegen das Magazin einzuleiten. "Es handelt sich zum einen in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung. Zum anderen werden unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet", schrieb der Anwalt. Man bitte daher unbedingt darum, Ulmens Persönlichkeitsrechte zu beachten "und von einer Übernahme einseitiger Vorwürfe Abstand zu nehmen". Eine Anfrage der ZEIT zu den Vorwürfen gegen Ulmen ließ Schertz bislang unbeantwortet.