Zeit 02.10.2026
17:24 Uhr

Rote Hilfe: Verein Rote Hilfe meldet regen Zulauf


Die Debatte um Elif Eralp hat der Roten Hilfe erhöhte Aufmerksamkeit verschafft. Viele Menschen treten dem vom Verfassungsschutz als linksextrem eingestuften Verein bei.

Rote Hilfe: Verein Rote Hilfe meldet regen Zulauf
Seit Beginn der Debatte um die frühere Mitgliedschaft der Berliner Linkenpolitikerin Elif Eralp bei der Roten Hilfe verzeichnet der Verein nach eigenen Angaben ungewöhnlich hohe Beitrittszahlen. »Wir haben seit Start der Berichterstattung am Mittwoch etwa 500 Eintritte«, teilte das Bundesvorstandsmitglied Hartmut Brückner in Göttingen mit. »Das ist circa das 20-Fache im Vergleich zu sonst.« Die Gesamtmitgliederzahl liege zurzeit bei knapp über 21.000. Auch der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sören Pellmann , trat kürzlich demonstrativ in die Rote Hilfe ein. Zuletzt wurde bekannt, dass Eralp, die Linkenkandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in Berlin , zeitweise der Roten Hilfe angehörte. Laut dem Bundesverfassungsschutz wächst der Verein seit Jahren und gilt als die größte und eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus. Der Landesverfassungsschutz Berlin bezeichnet die Rote Hilfe in seinem jüngsten Jahresbericht als die mit Abstand größte linksextremistische Organisation in Berlin. Zwar verfolgten nicht alle Mitglieder des Vereins selbst verfassungsfeindliche Ziele, hieß es darin. Doch sei die Gegnerschaft der Organisation und ihrer Entscheidungsträger zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung ein Grund für die Beobachtung durch die Verfassungsschützer. Verein übernimmt Gerichtskosten und Bußgelder Die Rote Hilfe versteht sich als »Solidaritätsverein für alle Linken«, die wegen politischer Aktivitäten verfolgt würden. Der Verein unterstützt Betroffene ganz oder teilweise bei Kosten von Gerichtsverfahren, Strafzahlungen oder Aufwendungen für politische Öffentlichkeitsarbeit. Für Inhaftierte und andere, die »starker Repression« ausgesetzt seien, könnten auch Zahlungen zum Lebensunterhalt übernommen werden, heißt es. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte berichtet, dass Eralp während ihres Jurastudiums der Roten Hilfe beigetreten sei. Grund sei ihr Wunsch gewesen, dass Menschen, die sich für linke und soziale Themen engagierten, juristischen Beistand hätten, auch wenn sie selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügten. Danach sei Eralp »über Jahre passives Mitglied« gewesen. Im vergangenen Jahr sei Eralp »wegen teilweiser anderer politischer Ansichten« aus der Roten Hilfe ausgetreten. Um welche politischen Ansichten es sich konkret handelte, wurde nicht erläutert. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bezeichnete Eralp wegen ihrer Mitgliedschaft in dem Verein als nicht geeignet für das Amt der Berliner Regierungschefin. Die Linke hat die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September mit Spitzenkandidatin Eralp klar für sich entschieden. Die Partei strebt eine Koalition mit Grünen und SPD an. Gegen Teile des Landesverbands der Linken sind Vorwürfe des Antisemitismus laut geworden, von denen sich die Parteiführung distanziert hat.