|
12.08.2026
13:44 Uhr
|
»Vor Smart Glasses sind Menschen nirgends sicher«, kritisiert HateAid. Den Verkauf der Brillen hält die Organisation deshalb für strafbar und stellte Anzeige gegen Meta.

Die Menschenrechtsorganisation HateAid hat nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen das Unternehmen Meta und mehrere Vertriebsunternehmen für die Meta-Smart-Glasses in Deutschland erstattet. Die KI-Brille Ray-Ban Meta Wayfarer verstoße gegen Datenschutzgesetze, schrieb HateAid in einer Pressemitteilung . Die Organisation habe deshalb bei der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) Strafanzeige gegen die Geschäftsführungen von Meta Platforms Technologies Ireland Limited, Ray-Ban und Oakley sowie der Optik-Handelsketten Fielmann, Apollo-Optik, Mister Spex und MediaMarkt eingereicht. »Vor Smart Glasses sind Menschen nirgends sicher«, sagte HateAid-Geschäftsführerin Josephine Ballon zu der Anzeige. »Man muss jederzeit damit rechnen, gefilmt und anschließend im Internet bloßgestellt zu werden.« HateAid stützt seine Anzeige auf ein Gesetz, das den Verkauf von Kommunikationsgeräten verbietet, die dazu bestimmt sind, Personen unbemerkt zu filmen. Zunahme von digitaler Gewalt beobachtet HateAid beobachtet nach eigenen Angaben eine Zunahme bildbasierter digitaler Gewalt, die sich hauptsächlich gegen Frauen richte . »Mit Smart-Brillen lässt sich eine besonders unauffällige Überwachungstechnologie als Alltagsgegenstand tarnen«, schrieb die Organisation. »Durch den Verkauf der Ray-Ban-Meta-Brillen wird erneut Profit über Sicherheit gestellt«, kritisierte Ballon weiter. Meta treibe »ständig neue Technologien voran, ohne Rücksicht auf Privatsphäre und geltendes Recht zu nehmen«, sagte auch HateAid-Geschäftsführerin Anna-Lena von Hodenberg. Die Smart Glasses würden das »Datenmonopol und Metas Marktmacht zementieren«. Neben einem Vertriebsverbot für Ray-Ban-Meta-AI-Glasses fordert HateAid verbindliche Regeln für »Safety by Design« (Sicherheit durch Entwurf). Solche Brillen sollten demnach nur verkauft werden dürfen, wenn sie klar als Smart Glasses erkennbar seien. Und schließlich brauche es sichere Anlaufstellen, damit Betroffene nicht allein gelassen würden, sollten Verstöße gegen den Datenschutz passieren. Sogenannte Smart Glasses sind Brillen, mit denen unter anderem Videoaufnahmen erstellt werden können. Sie können ähnlich wie Smartwatches zudem Nachrichten und andere Informationen anzeigen. Die smarten Brillen sind schwer von normalen Brillen zu unterscheiden, weswegen Datenschützer schon lange Bedenken angemeldet hatten .