|
07.08.2026
14:34 Uhr
|
August ist Sternschnuppenzeit. Die Perseiden sind diesmal gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Zudem verfinstert sich auch noch die Sonne – zumindest zum Teil.

Im August leuchtet der Himmel, wenn winzige Kometenteilchen auf die Erde zurasen und in der Atmosphäre verglühen. Jedes Jahr regnet es dann Sternschnuppen – die Perseiden, im Volksmund auch als Laurentiustränen bekannt. Zeit, sich unter den Nachthimmel zu legen. Zum Höhepunkt des Stroms in der Nacht vom 12. auf den 13. August bekommen Beobachtende in diesem Jahr noch einen ganz besonderen Bonus: eine partielle Sonnenfinsternis während des Sonnenuntergangs. Was sind die Perseiden? Die Perseiden sind ein sogenannter Meteorstrom, also eine Häufung von Sternschnuppen , die jedes Jahr im August auf die Erde treffen. Das geschieht, weil die Erde auf ihrer Reise um die Sonne jährlich die Laufbahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle kreuzt. Und das immer zur gleichen Zeit, eben just im August. Swift-Tuttle hat im Laufe der Jahrhunderte Teilchen verloren, die entlang seiner Bahn verteilt sind – diese Teilchen bilden den Meteorstrom, den wir Perseiden nennen. Wenn die Perseiden in die Erdatmosphäre eintreten, sehen wir Sternschnuppen. Der Komet selbst braucht etwa 133 Jahre, um die Sonne zu umlaufen. Er wurde am 19. Juli 1862 unabhängig voneinander von Lewis Swift und Horace Tuttle entdeckt. 1992 wurde er wieder gesehen, das nächste Mal soll er von der Erde aus 2126 sichtbar sein. Wann sind die Perseiden zu sehen? Jedes Jahr fliegt die Erde in der ersten Augusthälfte durch den Meteorstrom der Perseiden. Auf dem Höhepunkt des Phänomens können theoretisch bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde am Himmel auftauchen. Die besten Aussichten gibt es in der Nacht vom 12. auf den 13. August – und die Bedingungen, die Perseiden zu beobachten, sind so gut wie seit Jahren nicht. Kein Mondlicht stört die Beobachtung, denn genau zum Maximum herrscht Neumond. Das macht die Nacht besonders dunkel – was beste Voraussetzungen schafft für das Beobachten von Sternschnuppen. Das Portal leoniden.net warnt dennoch vor zu hohen Erwartungen. 2026 sei eine eher unterdurchschnittliche Menge an Sternschnuppen zu erwarten. Und: »Es ist nicht möglich, auch nur annähernd 100 Sternschnuppen in einer Stunde zu sehen. Vielmehr sollte man sich glücklich schätzen, wenn man 20 oder 25 pro Stunde beobachten kann.« Die allerbesten Chancen, möglichst viele Sternschnuppen zu sehen, hat man in den frühen Morgenstunden des 13. August. In diesem Jahr bekommen Sternenfreunde zudem noch eine sehr besondere Zugabe. Just zum Perseiden-Höhepunkt ereignet sich eine partielle Sonnenfinsternis über Deutschland. Praktisch zum Auftakt der Perseidennacht schiebt sich der Mond am Mittwoch, 12. August, zwischen 19.11 Uhr und 21.03 Uhr vor die Sonne. In der Mitte Deutschlands wird die Sonne bis zu rund 90 Prozent verdeckt sein. Weil zu dieser Zeit die Sonne beginnt unterzugehen, spielt sich die Finsternis nahe dem Horizont ab. Aber Vorsicht! Eine Sonnenfinsternis darf unter keinen Umständen mit dem bloßen Auge beobachtet werden! Wer mit ungeschütztem Auge länger in die Sonne schaut, riskiert sein Augenlicht. Nur mit einer Spezialbrille, indirekt über Projektionen beispielsweise mittels einer Lochkamera oder mit Teleskopen mit Spezialfilter – am besten in Sternwarten – kann die Finsternis beobachtet werden. Auch per Ruß geschwärzte Glasstreifen sind nicht empfehlenswert; eine Sonnenbrille reicht keinesfalls als Schutz fürs Auge aus. ( Hier gibt das Bundesamt für Strahlenschutz Tipps für ein gefahrloses Beobachten der partiellen Sonnenfinsternis ) Wo sind die Perseiden zu sehen? Die Perseiden sind grundsätzlich überall zu sehen. Menschen auf dem Land haben jedoch bessere Chancen als jene in der hellen Stadt . Ganz besonders gut lässt sich das Phänomen in Deutschlands Sternenparks beobachten – zum Beispiel im Nationalpark Eifel oder im Sternenpark Westhavelland. Dort stört auch kein künstliches Licht den Blick in den Himmel, den man Richtung Osten richten sollte. Dort ist das Sternbild Perseus am Himmel zu sehen, dem die Sternschnuppen zu entspringen scheinen. Wie findet man Perseus? Als nützliche Orientierungspunkte dienen die Sternbilder Kassiopeia und Fuhrmann. Kassiopeia sieht aus wie ein großes W, der Fuhrmann wie ein Sechseck. Perseus liegt genau dazwischen. Woher haben die Perseiden ihren Namen? Jeder Meteorstrom hat einen sogenannten Radianten – einen Ausstrahlungspunkt, aus dem die Sternschnuppen zu kommen scheinen. Die Perseiden scheinen dem Sternbild Perseus zu entspringen, daher stammt ihr Name. Das Sternbild soll Perseus, den Sohn des Gottes Zeus, zeigen. In der griechischen Mythologie tötete er die schlangenköpfige Medusa, seine Gattin ist Andromeda, die Tochter der Kassiopeia – beide Figuren sind als Sternbilder direkt neben Perseus zu sehen. Die volkstümliche Bezeichnung Laurentiustränen stammt aus dem Mittelalter und bezieht sich auf den Märtyrer Laurentius, dessen Namenstag am 10. August begangen wird. Laurentius soll am 10. August 258 in Rom auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert worden sein. Welche anderen Ströme sind im Sommer zu sehen? Schon Ende Juli gibt es die Möglichkeit, Sternschnuppen zu sehen. Denn weitere, kleinere Ströme ziehen in dieser Zeit vorbei, darunter die Juli-Aquariiden, auch Delta-Aquariiden genannt. Ihr Radiant, der Delta Aquarii, liegt im Sternbild Wassermann. Ihren Höhepunkt erreichen die Delta-Aquariiden am 31. Juli. Ebenfalls am 31. Juli erreichen die Alpha-Capricorniden ihren Höhepunkt. Aus diesem Strom treffen deutlich weniger Sternschnuppen auf die Erde. Sie sind zudem langsamer und heller als die der Delta-Aquariiden. Ihr Radiant befindet sich im Sternbild Steinbock. Wer die Ströme Ende Juli bis Mitte August verpasst, hat Ende des Monats dem Sternschnuppen-Kalender der International Meteor Organization zufolge noch einmal die Möglichkeit, Sternschnuppen des Stroms Alpha-Aurigiden zu sehen. Sein Radiant befindet sich in der Zeit im Sternbild Fuhrmann. Wie entstehen Sternschnuppen? Als Meteor wird das Aufleuchten eines Himmelskörpers bezeichnet, wenn er in der Erdatmosphäre verglüht. Wir nennen das Sternschnuppe. Egal unter welchem Namen, es sind Teilchen oder Steinchen aus unserem Sonnensystem, die mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200.000 Kilometern pro Stunde Richtung Erde rasen. Oft sind sie nur ein paar Millimeter groß. Wenn sie in die Erdatmosphäre eintreten, werden sie und die Luft durch die starke Reibung so stark erhitzt, dass es leuchtet. Mit Material der Nachrichtenagentur KNA