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23.09.2026
16:46 Uhr
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Berlin wollte sich für Olympia 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Berichten zufolge zieht die Bundeshauptstadt ihre Bewerbung noch vor Ende der deutschen Vorauswahl zurück.

Berlin will seine Bewerbung für die Olympischen Spiele sowie die Paralympischen Spiele zurückziehen. Das geht aus Informationen der Nachrichtenagentur dpa hervor. Demnach plant der Senat am Donnerstagmorgen eine Pressekonferenz, in der die Entscheidung offiziell verkündet werden könnte. Zuvor berichteten unter anderem der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) und der Berliner Tagesspiegel darüber. Demzufolge hatte sich der amtierende Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) mit Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) und dem Berliner Olympiabeauftragten Kaweh Niroomand zuletzt über den Rückzieher beraten. Auch die mutmaßliche künftige Bürgermeisterin Elif Eralp (Linke) hatte sich gegen die Ausrichtung der Spiele in der Bundeshauptstadt ausgesprochen . Kein Referendum für Berliner Olympiakandidatur Der Berliner Senat hatte zuvor angestrebt, die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 in der Bundeshauptstadt ausrichten zu lassen. Am kommenden Samstag entscheiden die olympischen Sportverbände sowie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in Baden-Baden über eine deutsche Bewerbung. Nach dem Rückzieher Berlins bleiben als mögliche Kandidaten noch München sowie die Region Köln/Rhein-Ruhr übrig. Anders als in Berlin gab es dort Referenden für eine Olympiabewerbung, in Berlin lediglich eine Abstimmung des Abgeordnetenhauses . Gegen die Konkurrenz aus München und Nordrhein-Westfalen wurden der anvisierten Bewerbung Berlins ohnehin nur Außenseiterchancen eingeräumt. Die Hauptstadt wollte sich mit dem Konzept Berlin+ zusammen mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern für Olympia bewerben. Allerdings wurde der schwarz-rote Senat, der die Pläne vorangetrieben hatte, bei der Abgeordnetenhauswahl am vergangenen Sonntag abgewählt. Neben den Linken und ihrer Spitzenkandidatin Eralp hatten sich auch die Grünen gegen die Bewerbung ausgesprochen. Beide Parteien argumentieren, dass Berlin die Kosten nicht tragen könne und das Geld an anderen Stellen dringender benötigt werde. Am Tag nach der Wahl sagte Eralp, dass sich die »Entscheidung erledigt« habe. Das rief unter anderem Kritik des Olympiabeauftragten Niroomand hervor, der Eralp vorwarf, die Chancen Berlins »richtig verringert« zu haben. Berlin schnitt bei DOSB schlechter ab als innerdeutsche Konkurrenz Unabhängig davon haben allerdings auch die Prüfer des DOSB Berlin ein schlechtes Zeugnis ausgestellt . Von 100 möglichen Punkten erhielt München 87, der Region Köln/Rhein-Ruhr erteilten sie mit 85 Punkten ebenfalls die Bewertung »sehr gut«. Berlin kam hingegen auf lediglich 74,6 Punkte. Für zusätzliche Verunsicherung hatten Pläne von Gegnern einer Kandidatur gesorgt, ein Volksbegehren gegen die Olympiabewerbung zu organisieren. In Hamburg hatte sich bei einem Referendum im Mai eine Mehrheit gegen eine Kandidatur der Hansestadt ausgesprochen. Der vom DOSB ausgewählte deutsche Bewerber muss sich beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gegen eine Reihe internationaler Konkurrenten durchsetzen. Die Spiele 2036 will das IOC in drei Jahren vergeben. Auf deutschem Boden fanden bislang die Spiele 1936 in Berlin und 1972 in München statt. Eine Berliner Olympiabewerbung auch für 2036 hatte im Hinblick auf das Jahr für Kritik gesorgt, da die Nationalsozialisten genau 100 Jahre zuvor die Spiele in Berlin genutzt hatten, um ihr Regime international in einem günstigen Licht zu präsentieren.