Zeit 05.10.2026
15:23 Uhr

Offensive im Jemen: Jemenitische Regierungstruppen beginnen Großoffensive gegen Huthis


Im Jemen läuft eine umfangreiche Angriffswelle der Streitkräfte gegen die Huthi-Miliz. Seit Beginn der Offensive am Sonntag soll es mehr als 1.100 Angriffe gegeben haben.

Offensive im Jemen: Jemenitische Regierungstruppen beginnen Großoffensive gegen Huthis
Die Truppen der international anerkannten Regierung des Jemen haben eine umfangreiche Angriffswelle gegen die Huthi-Miliz gestartet und dabei auch die Hauptstadt Sanaa ins Visier genommen. Laut einem Armeesprecher führte die Armee seit Beginn der Offensive am Sonntag mehr als 1.100 Angriffe auf Stellungen der Huthis durch. Auch die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition beteiligte sich nach eigenen Angaben an der Großoffensive. Um die Bodentruppen zu unterstützen, seien am Morgen 100 Kampfflugzeuge im Einsatz gewesen, teilte ein Sprecher der Koalition mit. Dabei seien 324 wichtige Huthi-Ziele zerstört worden. Zudem schütze das Bündnis den Luftraum über der Meerenge Bab al-Mandab. Der Armee zufolge kamen bei den Angriffen neben Kampfflugzeugen auch Artillerie, Raketen und Drohnen zum Einsatz. Zudem sei eine »strategische Offensive« in Sanaa gestartet worden. Die Hauptstadt wird seit 2014 von den Huthis kontrolliert. Jemenitische Truppen wollen wichtige Gebiete an der Küste eingenommen haben Neben Sanaa kontrollieren die mit der iranischen Führung verbündeten Huthis seit Jahren große Teile des Landes. In den vergangenen Wochen hatten sie mit einer Blitzoffensive die gesamte Küste des Jemen entlang des Roten Meeres sowie der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht . Am Sonntag hatte der Präsidialrat des Jemen – die offizielle Regierung des Landes – eine Offensive zur Rückeroberung aller Gebiete angekündigt . Die Staatsgewalt solle wieder auf das »gesamte Landesgebiet« ausgedehnt werden, sagte der Präsidialratsvorsitzende Raschad al-Alimi. Die jemenitischen Streitkräfte meldeten bereits Stunden nach Beginn der Offensive die Einnahme wichtiger Gebiete an der Meerenge Bab al-Mandab . Eigenen Angaben zufolge haben sie die Kontrolle über das Gebiet rund um die Meerenge im Südwesten des Landes sowie über den Flughafen der Stadt Dhubab übernommen. Hunderte Huthi-Kämpfer seien eingekesselt worden. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf Militärkreise, die jemenitische Armee habe die Huthis von drei Fronten aus im Norden, Westen und Süden angegriffen. Der Ort Dhubab fungiert aufgrund seiner Lage als Kontrollpunkt für den südlichen Zugang zum Roten Meer. Die umliegenden Gebiete ermöglichen die Überwachung des zivilen Schiffsverkehrs sowie Angriffe mit Drohnen und Raketen. Die Region ist hart umkämpft. Huthis dementieren Berichte der Regierung Die von der Huthi-Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba dementierte die Berichte. Sie sprach von einem Versuch, Misserfolge und wiederholte Niederlagen zu vertuschen. Allerdings bestätigte das Medienbüro der Huthis Luftangriffe auf von der Miliz kontrollierte Gebiete. Kurz vor Beginn der Offensive hatten die Huthis am Sonntag die Stadt Turba erobert. Sie liegt an der wichtigen Route zwischen der Hafenstadt Aden, die als vorübergehender Regierungssitz und Interimshauptstadt dient, und der von der Miliz belagerten Stadt Tais. Auch auf Tais waren Huthi-Kämpfer vorgerückt; mit der Eroberung mehrerer Dörfer und Gebiete am Stadtrand kamen sie dem Ziel, die drittgrößte Stadt des Jemens einzukesseln, näher. Der Bürgerkrieg im Jemen hatte 2014 mit der Eroberung zahlreicher Städte und Regionen durch die Huthi-Miliz begonnen. Saudi-Arabien griff ein Jahr später zugunsten der jemenitischen Regierung in den Krieg ein. Seit 2022 galt zwischen den schiitischen Huthis und dem sunnitischen Königreich Saudi-Arabien eine informelle Waffenruhe, doch im Juli und August dieses Jahres eskalierte der Konflikt erneut. Der jemenitische Bürgerkrieg führte zu einer der schlimmsten humanitären Katastrophen weltweit. Eine unabhängige Prüfung der Angaben aus dem Bürgerkriegsland ist derzeit nicht möglich.