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30.09.2026
15:53 Uhr
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Von Januar an steigt der Preis für das Deutschlandticket von 63 auf 66,80 Euro. Als Grund werden gestiegene Personal- und Energiekosten genannt.

Das Deutschlandticket wird im kommenden Jahr teurer. Statt 63 Euro wie bisher kostet es vom 1. Januar 2027 an 66,80 Euro. »Grundlage der Preisanpassung um 3,80 Euro im Vergleich zu 2026 sind Personal-, Energie- und allgemeine Kosten«, teilte das bayerische Verkehrsministerium mit. Das Land hat den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz inne. Auch die Preise für das Deutschlandticket als Jobticket werden mit 63,46 Euro und als Semesterticket mit 40,08 Euro für 2027 neu festgelegt. Erstmals wurde der Preis nicht politisch ausgehandelt, sondern mithilfe einer bestimmten Formel berechnet. Der Preisindex bildet auf Basis statistischer Daten die Kostenentwicklung etwa von Personal und Energie nach. Je stärker die Inflation ausfällt, umso teurer wird auch das Deutschlandticket. Außerdem wird berücksichtigt, dass die Ausgleichszahlungen von Bund und Ländern in Höhe von drei Milliarden Euro jedes Jahr fix sind und nicht dynamisch steigen. Der »Koordinierungsrat Deutschlandticket« von Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und Verkehrsbranche legt den Preis dann fest. Mit diesem Vorgehen soll verhindert werden, dass jedes Jahr ein politischer Streit über die Finanzierung des Deutschlandtickets ausbricht. Nutzerinnen und Nutzer sollen so sicher sein können, dass das Angebot fortbesteht. Derzeit haben rund 14,5 Millionen Menschen das Deutschlandticket, mit dem man den öffentlichen Regional- und Nahverkehr bundesweit nutzen kann. Es ist monatlich kündbar. Der Preis wurde schrittweise erhöht: Aus dem 9-Euro-Ticket wurde das Deutschlandticket. Dieses kostete erst 49 Euro, dann 58 und derzeit 63 Euro. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) betonte, die Festlegung des neuen Preises sei jetzt notwendig. Für Kundeninformation und die Umstellung des Vertriebs würden rund drei Monate benötigt, sagte ein Sprecher. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger sagte, trotz der Preiserhöhung sei das Deutschlandticket auch weiter ein sehr attraktives Angebot, das den Menschen in Deutschland hochwertige und klimafreundliche Mobilität im öffentlichen Personenverkehr ermögliche. »Bund und Länder haben bereits gemeinsam die Finanzierung bis 2030 gesichert«, sagte der CDU-Politiker. Es gelte nun, das große Potenzial des Tickets umzusetzen und den Menschen weiter ein attraktives und verlässliches Nahverkehrsangebot zu ermöglichen und den Nutzerkreis weiter auszubauen. Verbände kritisieren Preiserhöhung Kritik gab es vom Fahrgastverband Pro Bahn. Der Ehrenvorsitzende Detlef Neuß sagte der Zeitung: »Es reicht jetzt erst mal.« Einen weiteren Anstieg nehme der Verband »zähneknirschend« hin. Angesichts des Tankrabatts für Autofahrer sei stattdessen nötig, »dass es auch einen Rabatt für Nutzer des Deutschlandtickets gibt«. Auch NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer kritisierte die Preissteigerung. »Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag Preisstabilität für das Deutschlandticket versprochen«, sagte der Grünen-Politiker der Rheinischen Post. Dass nun ein automatisierter Mechanismus über den Preis bestimme, sei schade für den Erfolg des Tickets. »Je mehr Menschen es nutzen, desto stabiler kann der Preis langfristig bleiben und desto stärker wird das Angebot«, betonte Krischer. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte ebenfalls die geplante Preiserhöhung. Es sei nicht zu akzeptieren, dass die Bundesregierung 2,5 Milliarden Euro Steuergeld für einen weiteren Tankrabatt freimache, aber das Deutschlandticket nicht wenigstens preisstabil halten könne, teilte der BUND mit.