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16.03.2026
19:52 Uhr
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Die Polizei in NRW nimmt verstärkt sogenannte Entertainer der Raser- und Tuning-Szene ins Visier. Diese Täter nehmen zum Beispiel bei Raser-Fahrten - auch kostümiert - Videos auf und haben große Reichweiten in sozialen Medien. Wenn sie zu Treffen aufrufen, gibt es demnach regelmäßig großen Zulauf. Die Polizeibehörden sollen laut einer neuen Einsatzkonzeption, über die zunächst die "WAZ" berichtet hatte, die Kanäle der "Entertainer" im Blick behalten - um frühzeitig von Treffen Wind zu bekommen. Im besten Fall sollen die Zusammenkünfte schon bei der Anreise gestoppt werden. Die Polizei kann auch vorher bereits auf die PS-Influencer zugehen, eine sogenannte Gefährderansprache machen oder Bereichsabtretungsverbote aussprechen. Dies bedeutet, dass einem potenziellen Straftäter für eine bestimmte Zeit verboten wird, einen bestimmten Bereich zu betreten. Einsatz von Hubschrauber und Drohnen Wenn ein illegales Auto-Event mit sogenannten Tunern und Posern gemeldet wird, soll gemäß neuer Einsatzkonzeption sofort ein Großaufgebot an Polizisten eingesetzt werden. Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) soll zusammen mit dem Landeskriminalamt (LKA) ein Lagebild zur Szene erstellen und aktuell halten. Die Behörde kann auch einen Hubschrauber oder Drohnen schicken, um die Situation besser einschätzen zu können und Beweise zu sichern. Bei Bedarf soll das LZPD Kontakt mit den Polizeibehörden der Nachbarländer Belgien und Niederlande aufnehmen. Der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW, Jörg Brackmann, sagte: "Immer mehr junge Leute suchen den PS-Kick auf der Straße - und prahlen damit im Netz. Das ist eine verhängnisvolle, sich selbst verstärkende Entwicklung. Wir müssen das stoppen! Die neue Einsatzkonzeption setzt genau die richtigen Akzente. Nur: Wir als Polizei brauchen auch das Personal dafür. Die Zahlen aus der Verkehrsunfallbilanz 2025 sind alarmierend." Innenminister Herbert Reul (CDU) betonte gegenüber der dpa: "Wir müssen weiter konsequent aufklären und solche Treffen verhindern. Damit nehmen wir Autoposern die Chance, im Netz mit ihren Aktionen zu prahlen." Er betonte zudem, man löse die "Brennpunkte der Selbstüberschätzung" auf. "Wir unterbinden das illegale Kräftemessen, bevor der Rausch der Geschwindigkeit zur Tragödie für Unbeteiligte wird." © dpa-infocom, dpa:260316-930-823428/3