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05.10.2026
11:12 Uhr
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Die Grünen in Nordrhein-Westfalen wollen mit der stellvertretenden Ministerpräsidentin Mona Neubaur an der Spitze in den Landtagswahlkampf ziehen. Knapp sieben Monate vor der NRW-Wahl nominierte der Landesvorstand die 49 Jahre alte Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie einstimmig als Spitzenkandidatin. Schon 2022 hatte Neubaur die Grünen in NRW als damalige Landesparteichefin erfolgreich in die Landtagswahl geführt. Eine Landesdelegiertenkonferenz wird im November in Essen final über die Aufstellungsliste für die Landtagswahl am 25. April 2027 entscheiden und das Wahlprogramm beschließen. Seit 2022 erstes schwarz-grünes Bündnis in NRW NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hatte 2022 mit Neubaur das erste schwarz-grüne Regierungsbündnis im bevölkerungsreichsten Bundesland geschmiedet. Der Regierungsstil der NRW-Koalition aus CDU und Grünen wird allgemein als geräuschlos beschrieben. Mögliche Konflikte zwischen den Koalitionspartnern werden nicht öffentlich ausgetragen. Eine Koalitionsaussage machte Neubaur nicht. «Über mögliche Koalitionen entscheiden die Wählerinnen und Wähler», sagte sie vor Journalisten. Ihr Ziel sei, das Ergebnis von 2022 (18,2 Prozent) auszubauen und bei der Landtagswahl auf ein «irre starkes Ergebnis» für die Grünen zu kommen. «Wir sind ja auch in einer Koalition eigenständige Parteien», betonte Neubaur. Sie arbeite mit Wüst vertrauensvoll und «auf Augenhöhe» zusammen. Lob für Wüst als Stabilitätsfaktor Zugleich lobte Neubaur den Ministerpräsidenten, der als möglicher Nachfolger von Kanzler Friedrich Merz gehandelt wird, als Stabilitätsfaktor in NRW und im Bund. Dabei ließ die Grünen-Frontfrau aus NRW auch ihre Wünsche und Ambitionen für künftige Koalitionen im Bund durchblicken: «Wenn ich die Wahl hätte zwischen (dem SPD-Bundesvorsitzenden) Lars Klingbeil oder mir, ich würde mich für mich entscheiden.» Die schwarz-grüne Landesregierung in Düsseldorf habe gezeigt, dass es anders gehe als im Bund. «Wo andere streiten, bringen wir unterschiedliche Perspektiven zusammen. Wo es anderen um Polarisierung und Profilierung geht, treffen wir gemeinsame Entscheidungen», sagte Neubaur. Nach aktuellen Umfragen könnten die Grünen in NRW bei der Wahl auf 15 bis 18 Prozent kommen, die CDU liegt zwischen 29 und 34 Prozent. Die schwarz-grüne Landesregierung könnte mit einer knappen Mehrheit der Sitze im Landtag rechnen. © dpa-infocom, dpa:261005-930-790774/2