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08.10.2026
21:24 Uhr
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Ines Geipel, Autorin des Buches \u00abLandschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung\u00bb, erh\u00e4lt daf\u00fcr den Geschwister-Scholl-Preis 2026. Die Jury lobte besonders die Verbindung von historischer Genauigkeit, geistiger Unabh\u00e4ngigkeit und verantwortlichem Urteil. Der Landesverband Bayern des B\u00f6rsenvereins des Deutschen Buchhandels sowie die bayerische Landeshauptstadt M\u00fcnchen wollen Geipel den mit 10.000 Euro dotierten Preis nach eigenen Angaben am 24. November verleihen. \u00abBuchenwald ist ein historischer Ort und ein politischer Erinnerungsraum\u00bb, erl\u00e4uterte die Jury. In ihrem im S. Fischer-Verlag erschienenen Werk untersuche Geipel, \u00abwie sich \u00fcber die Geschichte des Lagers Deutungen gelegt haben, die bis heute bestimmen, was sichtbar wird, was erinnert werden kann und was aus dem Ged\u00e4chtnis verschwindet\u00bb. Das Buch gewinne seine \u00dcberzeugungskraft aus der N\u00e4he zum Material. \u00abArchive, Dokumente und Biografien \u00f6ffnen einen Blick auf jene Br\u00fcche, die politische Erinnerungserz\u00e4hlungen geschlossen erscheinen lassen.\u00bb Geipel wurde 1960 in Dresden geboren. Mit 14 kam sie ins Schulinternat im Th\u00fcringer Wald. Sie war in der DDR Leistungssportlerin und Mitglied der Nationalmannschaft. Die Weitspringerin und Sprinterin fiel allerdings nach einem geplanten Fluchtversuch 1985 in Ungnade, musste die Sportkarriere beenden - und studierte in Jena Germanistik. 1996 erschien ihr erstes Buch. Das zentrale Thema ihres literarischen Werks ist die deutsche Gewaltgeschichte sowohl des Nationalsozialismus als auch der DDR-Diktatur. \u00a9 dpa-infocom, dpa:261008-930-811812/1