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19.03.2026
18:04 Uhr
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Für ihren Roman "Goldstrand" hat Katerina Poladjan den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen. 2022 hatte sie bereits auf der Shortlist gestanden.

Katerina Poladjan hat den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik gewonnen. Die 55-Jährige wurde bei der Preisverleihung auf der Messe für ihren Roman Goldstrand ausgezeichnet. Darin erzählt sie die Geschichte eines Regisseurs, der in ausschweifenden Erinnerungen von Odessa über Rom bis Bulgarien schwelgt und so seine Biografie entfaltet. In teils absurden Dialogen klingt dabei zugleich die Geschichte des 20. Jahrhunderts und seiner Verwerfungen in Europa an. "Meisterlich führt Katerina Poladjan vor, wie eine Biografie aus Selbstbefragung und Erfindung entsteht, aus Fabulieren und dem Umschiffen von Schmerz", begründete die Jury ihr Urteil. Poladjans Sprache sei leicht und abgründig zugleich. Als Kind verließ Poladjan mit ihrer Familie die Sowjetunion Poladjan kennt die Orte, die sie in Goldstrand beschreibt, aus eigener Erinnerung. Als Kind reiste sie mit ihrer Familie Ende der 1970er-Jahre aus der Sowjetunion in den Westen aus, lebte zunächst in Rom, später in Deutschland. Der titelgebende Goldstrand ist ein Ferienort in Bulgarien , in dem die Autorin früher ihre Urlaube verbrachte. Der Preis in seinen drei Kategorien ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Poladjan hatte schon 2022 auf der Shortlist des Preises gestanden. Mit Zukunftsmusik ging sie seinerzeit aber leer aus. In diesem Jahr hatten 177 Verlage 485 Werke eingereicht. Der Sachbuch-Preis ging an Marie-Janine Calic für ihren Titel Balkan-Odyssee, 1933–1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa . Der Übersetzer Manfred Gmeiner wurde für seine Übertragung des Romans Unten leben von Gustavo Faverón Patriau aus dem Spanischen ins Deutsche geehrt.