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09.10.2026
05:30 Uhr
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Seit dem Sommer haben Schie\u00dfereien auf den Hamburger Stra\u00dfen immer wieder f\u00fcr Aufsehen und Verunsicherung gesorgt. Zwei Menschen wurden dabei get\u00f6tet, mindestens acht weitere zum Teil schwer verletzt. Ein erstes Alarmzeichen f\u00fcr die Skrupellosigkeit der T\u00e4ter d\u00fcrfte im Juni die Festnahme eines Kindes in der Balduinstra\u00dfe auf St. Pauli gewesen sein. Der 13-J\u00e4hrige aus den Niederlanden war bei seiner Festnahme bewaffnet, wie der Senat auf eine Kleine Anfrage des AfD-B\u00fcrgerschaftsabgeordneten Dirk Nockemann mitteilte. \u00abAuf Basis bisheriger Ermittlungen wird davon ausgegangen, dass das Kind zuvor den Auftrag erhalten hatte, eine Person in Hamburg zu t\u00f6ten\u00bb, hei\u00dft es in der Senatsantwort. Der in Deutschland nicht strafm\u00fcndige 13-J\u00e4hrige sei der niederl\u00e4ndischen Polizei \u00fcbergeben worden. Angeblich Rocker im Visier Nach einem Bericht der \u00abBild\u00bb-Zeitung sollte der Junge auf einen 33 Jahre alten Rocker der Hells Angels schie\u00dfen. Eine Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft erkl\u00e4rte dazu: \u00abWir haben Hinweise darauf, wer das Opfer h\u00e4tte sein sollen, k\u00f6nnen zum Schutz der laufenden Ermittlungen dazu aber keine Ausk\u00fcnfte erteilen.\u00bb Die Beh\u00f6rde ermittele wegen des Verdachts der versuchten Anstiftung zu einem T\u00f6tungsdelikt gegen unbekannt. Im August wurde laut \u00abBild\u00bb erneut ein Anschlagsversuch auf den Rocker unternommen. Auf das Anwesen in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) sei am 16. August geschossen worden. Am Tag darauf h\u00e4tten die Hells Angels die Attent\u00e4ter gejagt. Bei der Polizei ging ein Notruf ein, woraufhin die Beamten den 33 Jahre alten Rocker festnahmen. Das Landeskriminalamt in Kiel best\u00e4tigt, dass Zeugen in der Nacht zum 16. August in Geesthacht Sch\u00fcsse meldeten. Die Polizei fand Patronenh\u00fclsen. Am Tag darauf nahmen die Beamten nach einem abgebrochenen Notruf vier M\u00e4nner in der Kleinstadt an der Elbe fest. Dabei waren auch Spezialkr\u00e4fte im Einsatz. Gegen einen 33-j\u00e4hrigen T\u00fcrken aus Geesthacht sei wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen das Waffenrecht ein Haftbefehl erlassen worden, teilt die Polizei mit. Die drei anderen kamen wieder frei. Zwei M\u00e4nner sterben Am Abend des 1. September fallen nahe den Hamburger Messehallen t\u00f6dliche Sch\u00fcsse. Zwei M\u00e4nner im Alter von 33 und 47 Jahren sterben auf einem Gewerbehof an der Lagerstra\u00dfe. Ein 48-J\u00e4hriger wird schwer verletzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass T\u00e4ter und Opfer sich kannten. Es gebe Anhaltspunkte f\u00fcr eine m\u00f6gliche Auseinandersetzung im Milieu, erkl\u00e4rte die Staatsanwaltschaft, ohne bislang weitere Details zu nennen. Erst am 26. Juni hatten Unbekannte eine Handgranate auf den Gewerbehof geworfen, die dort detonierte und Sachsch\u00e4den anrichtete. Knapp zwei Wochen nach der Tat an der Lagerstra\u00dfe schie\u00dfen zwei maskierte M\u00e4nner in einem t\u00fcrkischen Kulturverein im Stadtteil Ottensen auf einen 14-J\u00e4hrigen und verletzen ihn am Oberschenkel. Ein 20-J\u00e4hriger erleidet mehrere Stichverletzungen, wie die Polizei weiter mitteilt. Nach der Tat fl\u00fcchten die T\u00e4ter. Eine Fahndung bleibt ohne Ergebnis. Sch\u00fcsse vor Drogenhilfeeinrichtung in Harburg F\u00fcr gro\u00dfe Verunsicherung in Harburg sorgen am 15. September Sch\u00fcsse vor einer Drogenhilfeeinrichtung. Sie treffen einen 55-J\u00e4hrigen am Bein und verletzen ihn lebensgef\u00e4hrlich. Bereits am 15. Juni hatte vor der Drogenhilfeeinrichtung Abrigado am Schwarzenbergpark mutma\u00dflich ein 21-J\u00e4hriger auf einen 45 Jahre alten Mann geschossen und ihn am Bein verletzt. Im Zusammenhang mit dieser fr\u00fcheren Tat hatte die Polizei am 18. August einen mutma\u00dflichen Hintermann festgenommen. Spezialkr\u00e4fte f\u00fchrten ihn im Stadtteil Neugraben ab. Der T\u00fcrke stehe im Verdacht, die Tat in Harburg in Auftrag gegeben zu haben, hie\u00df es. Am 1. September nahm die Polizei in Hamburg-Heimfeld den mutma\u00dflichen Sch\u00fctzen fest, einen 21-j\u00e4hrigen T\u00fcrken. Er kam in Untersuchungshaft. Um eine nahegelegene Schule zu besch\u00fctzen, beauftragte das Bezirksamt Harburg zu Beginn des aktuellen Schuljahres einen Sicherheitsdienst. Zu Unterrichtsbeginn und -ende ist auch die Polizei vor Ort, wie der Senat auf eine Kleine Anfrage der AfD-B\u00fcrgerschaftsfraktion mitteilt. Die Schule soll auch eine Video\u00fcberwachung bekommen. Ein benachbartes Bildungszentrum sch\u00fctzt sich bereits auf diese Weise. Au\u00dferdem soll der Zaun beziehungsweise die Mauer um das Schulgel\u00e4nde erh\u00f6ht werden. Zwei Verletzte in Billstedt Auch in anderen Stadtteilen sind mehrfach Sch\u00fcsse gefallen. In der Nacht zum 3. Oktober verletzt ein 28-j\u00e4hriger T\u00fcrke nach Polizeiangaben einen Gleichaltrigen bei einem Streit in Billstedt. Bei dem folgenden Gerangel zwischen mehreren M\u00e4nnern l\u00f6st sich ein weiterer Schuss, der den Sch\u00fctzen selbst verletzt. In der Nacht zum 4. Oktober schie\u00dfen Unbekannte auf eine Shishabar an der Grindelallee im Stadtteil Rotherbaum und auf einen Lebensmittelgro\u00dfhandel im Stadtteil Barmbek-Nord, bei dem es sich Medienberichten zufolge um einen Gro\u00dfh\u00e4ndler f\u00fcr veganen D\u00f6ner handelt. In der Nacht zum 5. Oktober treffen Sch\u00fcsse eine iranische Bank in der Innenstadt. Verletzte in Steilshoop und Lohbr\u00fcgge Im August waren weitere Taten mit Schusswaffeneinsatz ver\u00fcbt worden. Am 8. August wird nach Polizeiangaben ein Mann im Stadtteil Steilshoop angeschossen. Am 27. August treffen Sch\u00fcsse im Stadtteil Lohbr\u00fcgge einen 36-J\u00e4hrigen. Er erleidet schwere Verletzungen. Am 1. September wird ein 35-J\u00e4hriger mit Schussverletzungen in Seevetal unmittelbar s\u00fcdlich von Hamburg aufgefunden. Er wird in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert. Offenbar ohne gravierende Folgen bleiben in der Nacht zum 12. September Sch\u00fcsse auf einen Linienbus im Stadtteil Neugraben-Fischbek. Die Polizei stellt mehrere Einschussl\u00f6cher in den Scheiben des HVV-Busses fest. Als mutma\u00dflichen T\u00e4ter ermitteln die Beamten einen 17-J\u00e4hrigen. Er soll Streit mit einer 16-J\u00e4hrigen gehabt haben, die daraufhin in den Bus gefl\u00fcchtet war. Im Keller des 17-J\u00e4hrigen findet die Polizei eine Luftdruckwaffe mit Munition. AfD spricht von Wildwest-Verh\u00e4ltnissen Die Gewaltkriminalit\u00e4t ging im vergangenen Jahr in Hamburg offiziell um 5,4 Prozent zur\u00fcck. Bei der Vorstellung der Kriminalstatistik im Februar hatte der Leiter des Landeskriminalamts, Jan Hieber, von einer \u00abTrendumkehr\u00bb gesprochen. Die Polizei erfasste 262 Taten, bei denen eine Schusswaffe eingesetzt wurde. Das waren 12 Prozent weniger als im Vorjahr. In nur 16 F\u00e4llen - 8 weniger als im Jahr 2024 - sei tats\u00e4chlich mit einer scharfen Schusswaffe auf eine Person oder auf einen Gegenstand geschossen worden, hei\u00dft es. In den vergangenen vier Monaten kam das in Hamburg mindestens 10 Mal vor. Die oppositionelle CDU-Fraktion forderte den rot-gr\u00fcnen Senat k\u00fcrzlich auf, bei Schusswaffenkriminalit\u00e4t nicht l\u00e4nger wegzusehen. \u00abMeldungen \u00fcber Schusswaffengebrauch im Clanmilieu der organisierten Kriminalit\u00e4t sind in Hamburg unter SPD und Gr\u00fcnen erschreckende Normalit\u00e4t geworden\u00bb, erkl\u00e4rt der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dennis Gladiator. AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann sagt: \u00ab Sch\u00fcsse auf Menschen und Gesch\u00e4fte auf offener Stra\u00dfe: Das sind untragbare Wildwest-Verh\u00e4ltnisse mitten in Hamburg, die wir nicht l\u00e4nger hinnehmen d\u00fcrfen .\u00bb Polizei: Gefahr f\u00fcr Unbeteiligte sehr gering Polizei und Innenbeh\u00f6rde erkl\u00e4ren in einer gemeinsamen Stellungnahme, bei der Zahl der Straftaten mit Schusswaffeneinsatz lie\u00dfen sich enorme Schwankungen zwischen einzelnen Jahreswerten feststellen. Illegale Schusswaffen seien heute verf\u00fcgbarer als noch vor einigen Jahren. Die Polizei gehe bei allen F\u00e4llen der j\u00fcngsten Zeit davon aus, dass die Waffen innerhalb krimineller Milieus eingesetzt worden seien. \u00abDie Gefahr, als Unbeteiligter Opfer eines Schusswaffengebrauchs zu werden, ist insofern sehr gering\u00bb, erkl\u00e4rt Polizeisprecher Florian Abbenseth. \u00a9 dpa-infocom, dpa:261009-930-812632/1