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15.03.2026
20:39 Uhr
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Ersten Hochrechnungen zufolge haben einige Rechtspopulisten bei den Kommunalwahlen in Frankreich gesiegt. Demnach gewannen in Toulon und Perpignan RN-Kandidaten.

Bei den Kommunalwahlen in Frankreich zeichnen sich in der ersten Runde mehrere Siege der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN) ab. Hochrechnungen zufolge liegt in der südfranzösischen Hafenstadt Toulon die RN-Abgeordnete Laure Lavalette mit 39,4 Prozent der Stimmen vorn. Sie gewann demnach etwa neun Punkte mehr als die unabhängige Amtsinhaberin Josée Massi. In Perpignan wurde der RN-Bürgermeister Louis Aliot Hochrechnungen zufolge bereits in der ersten Runde mit absoluter Mehrheit im Amt bestätigt. Perpignan war zuletzt die größte Stadt mit einem Bürgermeister der Rechtspopulisten. Aliot ist allerdings gemeinsam mit RN-Fraktionschefin Marine Le Pen in einem Veruntreuungsverfahren angeklagt und könnte im Fall einer Verurteilung durch das Berufungsgericht das Amt wieder verlieren. Auch der amtierende Bürgermeister von Fréjus, der RN-Politiker David Rachline, ist offenbar wiedergewählt worden. Er gab laut der Zeitung Le Monde selbst bekannt, dass er mit 51,33 Prozent der Stimmen in eine dritte Amtszeit gehen wird. "Die Franzosen sind ihrer Verantwortung gerecht geworden", sagte Jordan Bardella , Vorsitzender des RN , laut Le Monde . "Ich freue mich, dass mehrere amtierende Bürgermeister des Rassemblement National heute Abend wiedergewählt wurden." Linker Kandidat Emmanuel Grégoire in Paris vorn In Paris liegt nach ersten Schätzungen der linke Kandidat Emmanuel Grégoire mit 36,5 Prozent vorn, dahinter die rechte Kandidatin Rachida Dati mit 24,9 Prozent und die linkspopulistische Sophia Chikirou mit 13,7 Prozent. Grégoire bedanke sich bereits bei den Wählerinnen und Wählern. Auch in der zweiten Wahlrunde am kommenden Sonntag gehe es um vieles, sagte der linke Kandidat laut Le Monde – darunter "unsere Art des Zusammenlebens", aber auch darum, "Paris lebenswert zu erhalten" und "das soziale Gefüge von Paris zu verteidigen". Die Rechte und die extreme Rechte sei zu allem bereit, sagte Grégoire, "vor allem zu einem Bündnis, daran besteht kein Zweifel". Nur die Liste, die er anführe, könne diese "sehr reale Gefahr" besiegen. Le Havre bestätigt Mitte-rechts-Bürgermeister In Straßburg liegt Hochrechnungen zufolge die Sozialistin Catherine Trautmann mit 25,1 Prozent vor dem republikanischen Jean-Philippe Vetter mit 23 Prozent und der bisherigen Bürgermeisterin, der Grünen Jeanne Barseghian, mit 18,8 Prozent. In Marseille liegt ersten Nachwahlbefragungen zufolge der amtierende linke Bürgermeister Benoît Payan mit 35,4 Prozent praktisch gleichauf mit dem RN-Abgeordneten Franck Allisio. In Nizza an der Côte d'Azur sahen Hochrechnungen den rechtsnationalen Éric Ciotti vor Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi aus dem konservativen Mitte-Lager. In Lyon ist der Abstand zwischen dem amtierenden Bürgermeister der Grünen, Grégory Doucet, und dem ehemaligen Chef von Olympique Lyonnais und unabhängigen Kandidaten der Rechten, Jean-Michel Aulas, minimal. Nach ersten Hochrechnungen liegt Doucet bei 37,3 Prozent und damit weniger als zwei Prozentpunkte vor seinem Konkurrenten. In Bordeaux liegt der linke, amtierende Bürgermeister Pierre Hurmic mit 27,6 Prozent knapp vor dem Macron-Anhänger Thomas Cazenave mit 25,5 Prozent. Montpelliers linker Bürgermeister vorn In Le Havre konnte Édouard Philippe von der Mitte-rechts-Partei Horizons laut ersten Hochrechnungen sein Bürgermeisteramt verteidigen, wie die Zeitung Le Monde berichtet. Er liegt demnach mit 43,76 Prozent vor Jean-Paul Lecoq vom linken Bündnis. In Lille liegen ersten Hochrechnungen zufolge der Kandidat des linken Bündnisses, Arnaud Deslandes, und die Kandidatin der linkspopulistischen LFI, Lahouaria Addouche, mit 25 Prozent und 26 Prozent der Stimmen beinahe gleichauf, berichtet Le Monde . In Montpellier liegt ersten Hochrechnungen zufolge der linke, amtierende Bürgermeister Michaël Delafosse mit 32,8 Prozent der Stimmen an der Spitze. Die Kandidatin der linkspopulistischen LFI, Nathalie Oziol, folgt mit 16 Prozent vor dem Mitte-Kandidaten Mohed Altrad mit 11,2 Prozent. Stimmungstest für die Präsidentschaftswahl Die Kommunalwahl in rund 35.000 Städten und Gemeinden gilt als Stimmungstest für die französische Präsidentschaftswahl 2027. Bei den Kommunalwahlen bestimmten die Französinnen und Franzosen ihre kommunalen Vertreter über Listen direkt. Ziel der ersten Wahlrunde ist es, dass eine Liste die absolute Mehrheit der Stimmen holt. Ist das nicht der Fall, folgt eine zweite Wahlrunde am 22. März. Bis 17 Uhr gaben nach Angaben des Innenministeriums nur 48,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Das waren zwar zehn Prozentpunkte mehr als bei der bisher letzten Wahl 2020, die während der Covid-19-Pandemie stattfand und von einer historisch hohen Wahlbeteiligung geprägt war. Im Vergleich zur letzten regulären Wahl 2014 lag die Beteiligung am Sonntag bis 17 Uhr um fast sechs Prozentpunkte niedriger. Die Wahllokale waren bis 20 Uhr geöffnet.