Zeit 08.08.2026
10:46 Uhr

Kolumbien: Abelardo de la Espriella als neuer Präsident Kolumbiens vereidigt


In Kolumbien hat der rechte Hardliner Abelardo de la Espriella offiziell das Amt des Präsidenten übernommen. Er will unter anderem hart gegen Drogengewalt vorgehen.

Kolumbien: Abelardo de la Espriella als neuer Präsident Kolumbiens vereidigt
Der rechte Politiker Abelardo de la Espriella ist als neuer Präsident Kolumbiens vereidigt worden. »Die Zeit der Wiederherstellung von Ordnung, Autorität und Freiheit hat begonnen«, teilte er bei seiner Amtseinführung mit. Der 48-Jährige trat die Nachfolge des Präsidenten Gustavo Petro an, der als erster Linker an der Spitze des Landes stand und nicht mehr antreten durfte. Kurz nach seiner Vereidigung kündigte de la Espriella einen »unermüdlichen« Kampf gegen Drogengewalt an. Die Möglichkeiten für Friedensgespräche seien ausgeschöpft. De la Espriella gab außerdem bekannt, den illegalen Kokaanbau mit Herbizidsprühflügen bekämpfen zu ​wollen. Zudem will er die Sicherheitskräfte stärken. Neuer Präsident will außenpolitischen Kurswechsel Auch außenpolitisch kündigte de la Espriella eine neue Richtung an. So plant er unter anderem, die Beziehungen zu den USA auszubauen und im Kampf gegen den Drogenhandel enger mit den USA zusammenzuarbeiten – de la Espriella gilt als Verbündeter des US-Präsidenten Donald Trump. Zudem beabsichtigt der 48-Jährige, die diplomatischen Beziehungen zu Israel wiederherzustellen. Sein Vorgänger hatte diese infolge des Gazakriegs abgebrochen. In seiner Einführungsrede gab de la Espriella zudem harsche Sparmaßnahmen bekannt. Eine Wirtschaft floriere nicht, wenn der Staat ohne Kontrolle Geld ausgebe, sagte er einem Bericht der Zeitung El Espectador zufolge. Er plant demnach die Abschaffung der Vermögenssteuer sowie den Abbau von Gas und Öl. Fifa-Chef nimmt an Zeremonie teil An der Zeremonie auf einem Militärgelände vor Ehrenformationen des Militärs nahmen einige internationale Gäste teil. Unter anderem waren der spanische König Felipe VI. sowie Argentiniens libertärer und rechtspopulistischer Präsident Javier Milei anwesend. Fifa-Präsident Gianni Infantino, der zuletzt wegen seiner Pläne für einen milliardenschweren Investorenfonds in die Kritik geraten war, war ebenfalls vor Ort . De la Espriella soll Kolumbien bis 2030 regieren. Er hatte sich bei der Stichwahl im Juni mit 49,7 Prozent knapp gegen den linken Regierungskandidaten Iván Cepeda durchgesetzt. Kolumbien ist der weltweit größte Produzent von Kokain und galt lange als der wichtigste Partner der USA in Südamerika. Unter Petro hatte sich das Verhältnis zuletzt deutlich verschlechtert . Seit den Sechzigerjahren herrscht in Kolumbien ein Bürgerkrieg, in dem bislang mehr als 300.000 Menschen getötet wurden. Guerillas und Paramilitärs kontrollieren ganze Landstriche. Sie finanzieren sich über illegalen Goldabbau und die Produktion von Kokain, unter anderem für den europäischen Markt.