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20.03.2026
19:01 Uhr
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Die Regierung unter Donald Trump geht erneut gegen die Eliteuniversität Harvard vor. Der Vorwurf: Die Uni habe jüdische Studierende nicht ausreichend geschützt.

Das US-Justizministerium hat die Eliteuniversität Harvard wegen der Diskriminierung jüdischer und israelischer Studierender verklagt. In einer Mitteilung des Ministeriums heißt es, dass die Universität nach den Terrorangriffen der Hamas in Israel im Oktober 2023 "antisemitische Mobs" geduldet und bedrohte Studierende nicht ausreichend geschützt habe. Justizministerin Pam Bondi sagte laut Mitteilung, die Klage unterstreiche das Ziel der Regierung, mehr Engagement von den Hochschulen zu verlangen und Diskriminierung nicht mehr zu dulden. "Seit dem 7. Oktober 2023 haben zu viele unserer Bildungseinrichtungen zugelassen, dass Antisemitismus auf dem Campus um sich greift – darunter auch Harvard." Erst Ende Februar hatte das Justizministerium eine ähnliche Klage gegen die Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) eingereicht. Harvard teilte mit, die Universität kümmere sich sehr um die Mitglieder der jüdischen und israelischen Gemeinschaft und habe verschiedene Maßnahmen zum Kampf gegen Antisemitismus ergriffen. In einem früheren Rechtsstreit hatte ein Bundesrichter entschieden, dass die Regierung Vorwürfe des Antisemitismus als Vorwand benutze, um die Finanzierung der Universität zu kürzen. Bundesgericht erklärte Entzug von Forschungsgeldern für rechtswidrig Der Konflikt ist Teil einer größeren Auseinandersetzung zwischen der Trump-Regierung und mehreren Spitzenuniversitäten. Die Regierung wirft Teilen der Hochschullandschaft eine linksliberale Ausrichtung sowie unzureichende Maßnahmen gegen Antisemitismus vor und versucht zugleich, über Fördermittel politischen Einfluss auszuüben. Harvard war dabei besonders unter Druck geraten. Der Universität waren zeitweise staatliche Forschungsgelder entzogen worden, ein Bundesgericht erklärte dies jedoch für rechtswidrig und ordnete die Freigabe der Mittel an. Erst Anfang Februar hatte Trump Harvard attackiert: Seine Regierung verlange eine Milliarde US-Dollar (rund 865 Millionen Euro) Schadenersatz von der Hochschule und wolle künftig keinerlei Beziehungen mehr zu ihr. Auch damals lautet der Vorwurf unter anderem Antisemitismus. Ebenfalls im Februar verklagte das Justizministerium Harvard, um sie zur Herausgabe von Dokumenten über ihr Zulassungsverfahren zu zwingen . Bondi sagte, die Regierung wolle mit der Klage feststellen, ob Harvard bestimmte Gruppen "in seinem Zulassungsverfahren weiterhin diskriminiert". Die US-Regierung betrachtet Gleichstellungs- und Inklusionsprogramme als Benachteiligung von Weißen und geht seit Amtsantritt gezielt gegen sie vor.