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08.10.2026
13:11 Uhr
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Die deutsche Wirtschaft leidet unter dem Irankrieg weniger stark als zunächst erwartet. Für 2026 rechnet die Bundesregierung mit einem Wachstum von 1,3 Prozent.

Die Bundesregierung sieht einen deutlichen Aufschwung der deutschen Wirtschaft. Sie erwarte noch in diesem Jahr ein Wachstum von 1,3 Prozent, teilte das Wirtschaftsministerium von Katherina Reiche (CDU) mit. In der Frühjahrsprojektion war das Ministerium noch von 0,5 Prozent ausgegangen. Die Folgen des Irankriegs und die stark gestiegenen Energiepreise hatten die Konjunktur zunächst deutlich belastet. Die deutsche Wirtschaft habe sich aber als widerstandsfähiger erwiesen als erwartet, teilte das Ministerium mit. Als Grund für das Wachstum werden vor allem Exporte sowie staatliche Investitionen und höhere Verteidigungsausgaben genannt. Demnach konnte der deutsche Außenhandel zeitweise sogar von weltweiten Engpässen profitieren: Energieintensive Güter etwa, die in Deutschland produziert wurden, wurden vermehrt eingelagert. Auch im kommenden Jahr rechnet die Bundesregierung damit, dass die deutsche Wirtschaft weiter wächst. Für 2027 geht sie zurzeit von einem Plus von 1,1 Prozent aus. Bislang sprach das Ministerium von einem Wachstum von 0,9 Prozent. Allerdings hänge die weitere Entwicklung wesentlich vom Verlauf der geopolitischen Konflikte im Nahen Osten und der Ukraine ab, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Für 2028 prognostiziert die Bundesregierung ein Wachstum von nur 0,6 Prozent . »Lage bleibt fragil« Bereits Ende September hatten auch führende Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognose für Deutschland auf ebenfalls 1,3 Prozent angehoben . Im Frühjahr hatten die Institute noch vor einem Energiepreisschock gewarnt. Reiche hatte im Bundestag gesagt, dass das Wachstum noch auf wackeligen Beinen stehe. »Die Lage bleibt fragil.« Deutschland werde von externen Krisen wie dem Irankrieg belastet. Es müssten Fesseln gelöst werden, sagte Reiche. Damit meinte sie flexiblere Arbeitszeiten, eine Stabilisierung der Sozialabgaben, weniger Bürokratie und wettbewerbsfähige Energiepreise. Auch der Außenhandelsverband BGA sieht trotz der optimistischeren Prognosen von Bundesregierung und Wirtschaftsforschungsinstituten die Erholung in Deutschland bisher nicht gefestigt. Laut einer Verbandsumfrage verbesserte sich die Geschäftslage der Unternehmen. Die Firmen hätten ihre Beschaffungs- und Vertriebswege diversifiziert und sich an die Krisen angepasst. »Die Unternehmen sehen wieder Licht am Ende des Tunnels, fahren aber weiter mit angezogener Handbremse«, sagte BGA-Präsident Dirk Jandura. Der Wert der Exporte sank nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts zuletzt um 0,8 Prozent auf 137,6 Milliarden Euro.