Zeit 13.03.2026
13:59 Uhr

Justiz: Verwaltungsgerichte: Mehr Verfahren - mehr Tempo bei Asyl


Justiz: Verwaltungsgerichte: Mehr Verfahren - mehr Tempo bei Asyl
Mehr Arbeit, aber deutlich schnellere Bearbeitungszeiten: Die sieben Verwaltungsgerichte und das Oberverwaltungsgericht mit Sitz in Münster hatten im vergangenen Jahr zwar ein Plus bei den neu eingegangenen Verfahren. Aber im Schnitt sank die Bearbeitungsdauer, wie der Präsident des OVG, Carsten Günther, bei der Vorstellung des Jahresberichts 2025 am Freitag in Münster mitteilte. Auch die Zahl der abgeschlossenen Verfahren stieg. "Das ist eine wirklich gute Nachricht für die Rechtsschutzsuchenden", sagte Günther bei der Pressekonferenz. Einer der Gründe für mehr Tempo ist eine Umstrukturierung beim Thema Asyl. So haben die sieben Verwaltungsgerichte auf Asylrecht spezialisierte Spruchkammern. Seit Anfang 2026 gilt das auch für das Oberverwaltungsgericht. In der ersten Instanz gab es laut Jahresbericht mit 30.800 ein Plus von 16 Prozent bei den Asylverfahren. Am OVG lag das Plus sogar bei 40 Prozent. In Münster gab es 2.300 neue Verfahren. Durch die Spezialisierung aber ging die Verfahrensdauer an den Verwaltungsgerichten auf im Schnitt auf 12,6 Monate zurück. Das ist im Fünf-Jahres-Vergleich eine Halbierung. In der zweiten Instanz am OVG sank die Asylverfahrensdauer auf nur noch 6,6 Monate. Das ist der niedrigste Wert sei 2019. An allen Gerichten 70.200 neue Verfahren. Insgesamt stieg die Zahl aller Eingänge an den sieben Verwaltungsgerichten im Vorjahresvergleich um rund 20 Prozent. Das sind in absoluten Zahlen 70.200 Verfahren. Beim Oberverwaltungsgericht gingen 2025 insgesamt 6.500 neue Streitfälle ein. Das war ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zu 2024. © dpa-infocom, dpa:260313-930-812289/1