Zeit 19.03.2026
13:11 Uhr

Irankrieg: Öl- und Gaspreise nach Angriffen am Golf erneut gestiegen


Nach Angriffen auf Energieinfrastruktur in der Golfregion kosteten Öl und Gas am Morgen erneut deutlich mehr. Der Preis für Erdgas stieg zeitweise um mehr als 30 Prozent.

Irankrieg: Öl- und Gaspreise nach Angriffen am Golf erneut gestiegen
Nach den Angriffen auf Energieinfrastruktur in der Golfregion ist der Ölpreis erneut gestiegen. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich am Morgen um 6,39 Prozent auf rund 114 US-Dollar pro Barrel (159 Liter). Die US-Referenzsorte WTI verzeichnete einen Anstieg um 0,88 Prozent auf 97,17 Dollar. Auch der Preis für Erdgas ist infolge der jüngsten Angriffe erneut deutlich gestiegen. Zu Handelsbeginn stieg der niederländische TTF-Kontrakt, der als wichtigster europäischer Referenzwert gilt, am Morgen zunächst um 35 Prozent auf 74 Euro pro Megawattstunde. Danach schwächte er sich wieder etwas ab und notierte bei 67,85 Euro, was einem Anstieg von 24,5 Prozent entspricht. Vor Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran hatte der TTF-Preis bei 31 Euro gelegen. Nach einem mutmaßlich von Israel ausgeführten Angriff auf das iranische Gasfeld South Pars hatte der Iran in der Nacht Energieanlagen in Katar und Saudi-Arabien angegriffen . Die gezielten Angriffe auf Ölinfrastruktur deuteten auf eine mögliche länger anhaltende Unterbrechung der Ölversorgung hin, sagte die Analystin Priyanka Sachdeva vom Finanzdienstleister Phillip Nova. Möglicherweise Probleme mit Wiederbefüllung deutscher Gasspeicher Mit den Preisanstiegen wächst die Sorge vor Lieferengpässen. Die erheblichen Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus am Persischen Golf beginnen sich vor allem auf Verbraucherinnen in Asien auszuwirken, die auf Lieferungen aus der Golfregion besonders angewiesen sind und zuletzt auch auf dem europäischen Markt verstärkt Gas nachfragen. Dass mittlerweile zunehmend auch Gasfelder angegriffen werden, könnte die Versorgung mit Erdgas auch längerfristig beeinträchtigen. Der starke Preissprung führt nach Einschätzung der Initiative Energien Speichern (Ines) auch zu Problemen bei der Wiederbefüllung deutscher Gasspeicher. Demnach fehlen dem Markt derzeit die nötigen wirtschaftlichen Anreize zur Einspeicherung von Gas in die Speicher. Dax auf tiefstem Stand seit Mai 2025 Die Sorgen um die weltweite Wirtschaft haben die Anleger zuletzt auch verstärkt aus den Aktienmärkten getrieben. Der Dax fiel zeitweise auf 22.945 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2025. Auch in Asien und europaweit wurden kräftige Verluste verbucht. "Jeder Angriff auf kritische Energieinfrastruktur nimmt dem Markt die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zu alten Produktionsniveaus, sollte der Krieg einmal enden", sagte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.