|
08.08.2026
16:54 Uhr
|
Die Polizei erhöht nach einem versuchten Drohnenangriff den Schutz des Flughafens Leipzig/Halle. Ein dort installiertes Radar soll Drohnen besser erkennen können.

Nach dem mutmaßlichen versuchten Drohnenangriff am Flughafen Leipzig/Halle hat die Polizei einen Posten mit speziellem Radar eingerichtet. Die Technik wurde auf der Besucherplattform des alten Towers installiert, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur dpa beobachtet hat. Aus einsatztaktischen Gründen würden keine Details dazu bekannt gegeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage der Agentur. Laut dem Nachrichtenportal Tag24 handelt es sich um ein EchoShield-Radarsystem, das anfliegende Drohnen auf größere Distanzen erkennen und ihre Flugbahnen verfolgen kann. In der Nacht auf Mittwoch war eine Drohne im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle entdeckt worden. Ein Mitarbeiter brachte sie zu Boden. Wie die Polizei am Donnerstag bestätigte, handelte es sich um eine mit Sprengstoff und Zünder präparierte Drohne. Nach Berichten der Leipziger Volkszeitung waren an der Drohne 800 Gramm des Sprengstoffs Semtex befestigt. Dobrindt schließt »fremde Mächte« als Drahtzieher nicht aus, Russland weist Verantwortung von sich Nach Entdeckung der Drohne stellte der Flughafen seinen Betrieb ein. Eines der Frachtflugzeuge, das wegen der Sperrung durchstarten musste und Richtung Flughafen Hannover flog, stieß nahe Leipzig mit einem weiteren Flugobjekt zusammen. Nach der Landung der DHL-Frachtmaschine in Hannover wurde eine leichte Beschädigung festgestellt. Nach dem zweiten unbekannten Flugobjekt wird noch gesucht. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem » hybriden Anschlagsszenario «, das auf hochprofessionelle Täter zurückgehe. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Dabei schloss er auch »fremde Mächte« als Drahtzieher nicht aus. Konkrete Akteure benannte er nicht, nach Einschätzung zahlreicher Sicherheitsexperten steckt Russland hinter dem Vorfall. Russland hat jegliche Verantwortung für den Vorfall von sich gewiesen. Es gebe eine »neue Welle antirussischer Hysterie in Deutschland«, schrieb die russische Botschaft in Berlin auf X. »Hybride Angriffe« ausgehend von Russland gebe es nicht.