Zeit 30.09.2026
11:52 Uhr

Gasspeicher in Deutschland: Katherina Reiche weist Energieunternehmen zu Gasspeicherung an


Die Bundeswirtschaftsministerin fordert das staatliche Energieunternehmen Sefe auf, Gas einzukaufen und zu speichern. Die Preise sind durch den Irankrieg hoch.

Gasspeicher in Deutschland: Katherina Reiche weist Energieunternehmen zu Gasspeicherung an
Bundeswirtschaftsministerin Katherina ​Reiche (CDU) hat das staatliche Energieunternehmen Sefe angewiesen, mehr Erdgas einzuspeichern. Sefe teilte mit, dass das Bundesministerium für Wirtschaft ​und Energie die Anweisung gegeben habe, bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas zu ‌beschaffen ⁠und einzuspeichern. Der Schritt ​ist nach Angaben des Ministeriums in Abstimmung mit Bundeskanzler Friedrich Merz erfolgt. »Aus der Perspektive der Krisenvorsorge ist dieser Schritt ein wichtiger zusätzlicher Beitrag, um die Resilienz der deutschen Gasversorgung zu erhöhen«, hieß es aus dem Ministerium. Bereits Mitte September hatte Reiche den Gasimporteur aufgefordert, Gas zur ⁠Befüllung der Speicher einzukaufen, ​was jedoch keine formale Anweisung war. ‌Die Speicherung für Händler lohnt sich wegen ​der Preisentwicklung als Folge des Irankrieges derzeit kaum. Sefe werde selbst entscheiden, welche Mengen zu welchem Zeitpunkt eingespeichert werden sollen, teilte das Ministerium mit. Diese sollen demnach durch zusätzliche Lieferungen beschafft werden, um Einspeicherungen anderer Marktteilnehmer nicht zu beeinträchtigen. »Die Erwartung an alle anderen Marktakteure, ihrer Verpflichtung nachzukommen, Gas für den Winter einzuspeichern, bleibt ohne Wenn und Aber bestehen«, teilte das Ministerium der ZEIT mit. »Die von Sefe einzuleitenden Schritte sollen daher auch ein klares Signal an weitere Unternehmen sein.« Gasmangel schon im Januar möglich Der Gasspeicher-Verband Ines warnte vor Engpässen im Fall eines sehr kalten Winters. Die Speicher seien Anfang September nur zu ‌rund 53 Prozent gefüllt gewesen. Dies sei der niedrigste Stand zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 ‌Jahren, hieß es. Bei extrem tiefen Temperaturen könne es im Januar zu ‌einem Gasmangel kommen. Laut dem Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, ist ein Füllstand der deutschen Gasspeicher von 80 Prozent bis zum 1. November nicht mehr erreichbar . Die Speicher seien jedoch nicht allein wichtig für die Gasversorgung im Winter, sagte Müller . »Wir haben mit vier Flüssiggasterminals eigene Kapazitäten geschaffen. Wir können aus Norwegen, aus Belgien, den Niederlanden und Frankreich Gas beziehen.« Bundesregierung will strategische Gasreserve einrichten Reiche hatte zuletzt über die Pläne der Regierung zum Erhalt der Gasversorgung gesprochen. Für die Zukunft plant die Bundesregierung, eine strategische Gasreserve zur Abdeckung der Risiken einzurichten. Der Aufbau der Gasreserve werde nach der entsprechenden Gesetzesänderung im Jahr 2027 beginnen, teilte das Wirtschaftsministerium mit. »Wir haben Vorkehrungen getroffen, für jedes Szenario«, sagte Reiche. Der Staat dürfe nicht selbst zum Preistreiber werden, »sonst sind hohe Energiepreise das Ergebnis, und unsere Wirtschaft wird noch mehr belastet«. 2022 war über einen staatlichen Eingriff Gas gekauft worden, nachdem aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Gaslieferungen aus Russland ausgeblieben waren.