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02.10.2026
17:53 Uhr
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Nach dem gewaltsamen Zwischenfall im Cockpit eines Flydubai-Fliegers wird weiter nach dem Motiv gesucht. Israel will den festgenommenen Co-Piloten befragen.

Nach der Gewalttat im Cockpit einer Flydubai-Maschine hat die Fluglinie eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt. »Es ist wichtig, dass wir diesem Verfahren ermöglichen, die Fakten festzustellen«, teilte Firmenchef Ghaith al-Ghaith mit. Die Maschine war am Mittwoch auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als es im Cockpit zu einem mutmaßlichen Angriff des Co-Piloten auf den Kapitän kam. Das Flugzeug musste im saudi-arabischen Tabuk notlanden. Auch die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) leiteten Ermittlungen ein. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur WAM sollen sie die Umstände und Motive der Tat klären. Geprüft werden soll außerdem, ob der Vorfall mit terroristischen Aktivitäten zusammenhing, geplant war oder von anderen gesteuert wurde. Saudi-arabische Behörden hatten den Co-Piloten nach der Landung in Tabuk festgenommen und anschließend in die Emirate gebracht . An den Ermittlungen sollen sich israelische Behörden beteiligen. Ein israelischer Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, sie würden gemeinsam mit den emiratischen Behörden den Hergang, die Motive und den Hintergrund des Verdächtigen untersuchen. Einer mit den Ermittlungen vertrauten Quelle zufolge sollen israelische Vertreter den Co-Piloten in den Emiraten befragen. Details waren nicht bekannt. VAE-Vertreter spricht von »Terror« Nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu war der Co-Pilot Staatsbürger des Oman. Er sei radikal islamistisch indoktriniert worden und eindeutig suizidal gewesen, ein Motiv stehe jedoch noch nicht fest. Israel prüfe, ob der Co-Pilot im Auftrag anderer gehandelt habe, teilte Netanjahu mit. Wer beteiligt gewesen sei, werde einen »hohen Preis« zahlen. Die Identität des Co-Piloten ist über seine Staatsangehörigkeit hinaus nicht öffentlich bekannt. Unklar ist auch, wie der Co-Pilot für den Flug eingeteilt wurde. Israel unterhält keine offiziellen diplomatischen Beziehungen zum Oman, und nach Netanjahus Angaben dürfen Piloten aus solchen Ländern keine Flüge nach Israel steuern. Anwar Gargasch, ein Berater des emiratischen Präsidenten, sprach inzwischen auch von Terror. Der Kapitän verdiene »höchste Anerkennung, weil er im Angesicht eines Terrorakts und einer drohenden Katastrophe Mut und Verantwortung verkörperte«, schrieb Gargasch auf X . Er mahnte zu Wachsamkeit vor Extremismus und warnte zugleich vor Verschwörungstheorien. Flydubai setzt Flüge nach Israel aus An Bord des Flugs waren 174 Menschen, die meisten von ihnen Israelis. Nach Darstellung israelischer Regierungsvertreter stach der Co-Pilot auf den Kapitän ein, um das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Laut Daten des Flugtrackingdienstes Flightradar24 sank die Maschine in gut 30 Sekunden um rund 5.000 Meter. Der Kapitän öffnete nach eigenen Angaben trotz schwerer Verletzungen die Cockpittür. Mehrere Passagiere überwältigten daraufhin den Angreifer. Eine zweite Flydubai-Besatzung, die in der Kabine mitreiste, landete das Flugzeug. Für die Dauer der Untersuchung setzte Flydubai seine Flüge von und nach Israel aus. Medienberichten zufolge sitzen deshalb mehr als 10.000 Israelis in Dubai und an anderen Orten fest. Nachdem die VAE israelischen Medien zufolge die zunächst fehlende Landeerlaubnis erteilt haben, startete ein erster Rückholflug der israelischen Gesellschaft Arkia von Dubai. Weitere Flüge sind für die kommenden Tage geplant.