Zeit 18.08.2026
11:18 Uhr

Erntebilanz: Bauernverband rechnet wegen Trockenheit mit schlechter Ernte


Extreme Hitze und wenig Regen schmälern die Ernte in diesem Jahr in Deutschland. Bei der Getreideernte gehen Bauern von sieben Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr aus.

Erntebilanz: Bauernverband rechnet wegen Trockenheit mit schlechter Ernte
Die deutschen Landwirte haben wegen langer Trockenheit und Hitze in diesem Sommer eine insgesamt deutlich kleinere Ernte eingefahren. Zu rechnen ist mit einer unterdurchschnittlichen Getreidemenge von 41,9 Millionen Tonnen, wie der Deutsche Bauernverband mitteilte . Das wären sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Allerdings war sie im Vergleichsjahr 2025 mit 45,2 Millionen Tonnen auch sehr gut ausgefallen, 2024 hatte die Getreideernte bei nur 39 Millionen Tonnen gelegen. Auch bei Kartoffeln und Zuckerrüben zeichne sich bereits ein unterdurchschnittliches Ergebnis ab. Dabei zeigten sich aber enorme regionale Unterschiede. »Insbesondere in Süd- und Westdeutschland haben fehlende Niederschläge zu schwachen Erträgen bis hin zu Missernten bei einzelnen Kulturen geführt«, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Hintergrund war demnach ein zu trockenes Frühjahr und eine Hitzewelle in der zweiten Junihälfte. Der Standort habe in diesem Jahr über den Ernteertrag entschieden wie selten zuvor. Schlechtes Ergebnis bei Apfelernte Einbußen zeigten sich unter anderem bei Winterweizen und Winterraps, bei dem noch Schäden durch Schädlinge hinzukamen. Bei Kartoffeln zeichne sich ein mittleres bis unterdurchschnittliches Ergebnis ab, teilte der Bauernverband mit. Regional gibt es demnach auch Probleme bei Gras und Silomais als Tierfutter. Hitze und Trockenheit schmälern auch die diesjährige Apfelernte in Deutschland. Mit rund 934.000 Tonnen werden Obstbaubetriebe nach eigener Einschätzung voraussichtlich fast 53.000 Tonnen weniger Äpfel ernten als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Das teilte das Statistische Bundesamt auf Basis einer ersten Schätzung aus dem Juli mit. Die besonders gute Apfelernte des Vorjahres wird demnach voraussichtlich um fast 18 Prozent unterschritten. Durch die Hitzephasen fallen viele Äpfel vorzeitig vom Baum, bleiben sehr klein oder weisen Schäden durch Sonnenbrand auf, wie das Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Hinzu kämen vereinzelt vollständige Ernteausfälle wegen Hagelschäden. Trotz der vergleichsweise niedrigen Ernteerwartung bleiben Äpfel auch 2026 das mit Abstand am meisten geerntete Baumobst in Deutschland. Sie werden den Angaben zufolge bundesweit auf einer Fläche von 32.700 Hektar angebaut – vor allem in Baden-Württemberg und Niedersachsen. Verband fordert Finanzhilfen von Bundesregierung Der Bauernverband fordert angesichts einer angespannten Lage vieler Höfe sofortige Finanzhilfen von der Bundesregierung. »Unsere Betriebe brauchen aktuell Saatgut und Diesel, später Dünge- und Pflanzenschutzmittel«, sagte Rukwied. Ohne die notwendige Liquidität könnten sie die nächste Ernte nicht finanzieren. Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) erwartet trotz der anhaltenden Trockenheit zunächst keine deutlich höheren Preise für Lebensmittel wie Brot und Fleisch. Die Preise hingen auch von anderen Faktoren ab, etwa von Lieferketten, Transport und Produktion.