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04.06.2026
12:25 Uhr
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Im Ostkongo breitet sich die Seuche immer weiter aus. Es fehlt an Medikamenten und Impfstoffen. Nicht nur die USA haben ihre Hilfe gekürzt, auch Deutschland.

Die gute Nachricht zuerst: Vor wenigen Tagen wurden fünf Ebola-Patienten im Osten der Demokratischen Republik Kongo geheilt aus dem Krankenhaus entlassen. Unter ihnen Krankenschwestern und -pfleger. Also Menschen, die dort rund um die Uhr ihre eigene Gesundheit und ihr Leben riskieren, um andere zu behandeln. Ebola kann man überleben – frühe Diagnose, ein starkes Immunsystem und ausreichende medizinische Behandlung vorausgesetzt. Und hier die weniger gute Nachricht: Auch fünf Wochen nach dem ersten bestätigten Ebola-Fall in der Provinz Ituri und über zwei Wochen nachdem die kongolesische Regierung einen Ausbruch erklärt hat, breitet sich die Krankheit weiter aus. Zum einen erschweren bewaffnete Konflikte in der Region und das Misstrauen der Menschen gegenüber staatlichen Vorschriften die Versorgung. Zum anderen fehlt es an Medikamenten, Testkits, Laboren, Desinfektionsmitteln sowie Gesundheitshelfern, die Infektionsketten nachverfolgen können. Und es fehlt ein Impfstoff für die momentan grassierende Bundibugyo-Variante des Virus. Zwar sind Hilfsaktionen angelaufen. Deutschland hat 500 Schutzanzüge geschickt, die EU medizinische Güter in die betroffene Region geflogen. Die internationale Impfallianz Gavi will mit 50 Millionen Dollar die Entwicklung eines Vakzins beschleunigen . Sogar die Trump-Regierung hat Geld zugesagt. Nur: Bis auf Weiteres ist das Virus schneller. »Noch nie wurden nach der Ausrufung eines Ausbruchs so schnell so viele Fälle registriert«, heißt es in einer Erklärung von Ärzte ohne Grenzen, die vor Ort sind. »Täglich werden neue Verdachtsfälle gemeldet; gleichzeitig bleiben Hunderte von Proben ungetestet.« Der reichste Mann der Welt drehte den Geldhahn für Millionen der ärmsten Menschen zu Es ist inzwischen einiges über die Verheerung geschrieben worden, die Donald Trump Anfang des vergangenen Jahres mit der Zerschlagung von USAID, der weltgrößten Behörde für Entwicklungs- und Nothilfe, ausgelöst hat. Binnen weniger Tage wurden damals Programme für die medizinische Versorgung von Aids-Patienten, die Lebensmittelversorgung von Flüchtlingen und eben auch für die Prävention von Ebola-Ausbrüchen in Ländern wie der DR Kongo eingestellt . Mit dieser Kahlschlagaktion hatte Trump damals Elon Musk beauftragt. Der reichste Mann der Welt drehte den Geldhahn für lebensrettende Maßnahmen zugunsten von Millionen der ärmsten Menschen der Welt zu. An diese Personalie muss man immer wieder erinnern, um sich die Obszönität dieses Vorgangs klarzumachen. Nur haben eben nicht allein die USA, sondern auch andere Geberländer ihre Budgets für Entwicklungs- und Nothilfe in den vergangenen Jahren massiv zusammengestriche n. Großbritannien, Frankreich, Schweden, Saudi-Arabien. Von der Zielvorgabe der Vereinten Nationen, wonach Industriestaaten 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe ausgeben sollen, ist inzwischen auch Deutschland mit derzeit rund 0,4 Prozent weit entfernt . Dieser Abwärtstrend hält also schon einige Jahre an und wurde beschleunigt durch die Abwicklung von USAID. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes fatal. Bis zu 22 Millionen vermeidbare Todesfälle in den nächsten vier Jahren haben die Autoren einer Studie in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet prognostiziert . Über fünf Millionen der Opfer, so hat die Entwicklungsorganisation ONE errechnet , wären Kinder unter fünf Jahren. Vielleicht sollte man an dieser Stelle kurz innehalten und diese Zahlen sacken lassen.