Zeit 18.08.2026
19:38 Uhr

Digital Markets Act: Apple ändert auf Druck der EU Regeln seines App Stores


App-Entwickler aus der EU haben künftig mehr Wahlfreiheit bei Vertrieb und Bezahlung. Apple reagiert damit auf eine 500-Millionen-Strafe der EU vom vergangenen Jahr.

Digital Markets Act: Apple ändert auf Druck der EU Regeln seines App Stores
Der US-Techkonzern Apple ändert auf Druck der EU die Geschäftsbedingungen seines App Stores. Nutzer aus EU-Ländern sollen dadurch künftig mehr Wahlfreiheit beim Herunterladen und Bezahlen von Apps haben, wie aus Mitteilungen des US-Konzerns und der EU-Kommission hervorgeht. Im Kern der Neuerungen steht eine Ausweitung von Möglichkeiten für Entwickler von Apps, zu entscheiden, wie sie ihre Programme vertreiben und wie Nutzer dafür bezahlen. Zudem sollen Apps künftig einfacher über alternative Stores heruntergeladen werden können. Bislang hielt Apple die Entwickler nach Ansicht der EU-Kommission durch Gebühren davon ab, andere Plattformen als den konzerneigenen App Store für den Vertrieb ihrer Programme zu nutzen. Mit den Änderungen dürften Apple weitere Gebühren entgehen, nachdem die EU-Kommission im April 2025 eine Strafe von 500 Millionen Euro verhängt hatte . EU verpflichtet große Techkonzerne zu mehr Wettbewerb Grundlage dafür war der sogenannte Digital Markets Act (DMA). Den EU-Regeln zufolge gilt Apple als sogenannter Torwächter (Gatekeeper), weil es mit seinen Angeboten ein wichtiges Zugangstor zu Verbraucherinnen und Verbrauchern darstellt. Solche Unternehmen, zu denen die EU nach dem DMA beispielsweise auch die Google-Mutter Alphabet oder Amazon zählt, müssen sich an besondere Pflichten halten, um einen fairen Wettbewerb auf digitalen Märkten sicherzustellen. Anfang Juli verlor Apple vor dem EU-Gericht in Luxemburg eine Klage gegen die Einstufung als Torwächter . Mit Blick auf die bisherigen Geschäftsbedingungen warf die EU-Kommission Apple vor, Entwickler und Nutzer des App Stores abhängig zu machen und Alternativen keine Chance zu lassen. So waren bislang etwa die Möglichkeiten eingeschränkt, in Apps andere Zahlungsmöglichkeiten als den hauseigenen Dienst Apple Pay zu nutzen. Die neuen Regeln sollen am 1. Oktober in Kraft treten und »Apples Uneinigkeiten mit der Kommission« klären, wie der Konzern mitteilte. Die EU-Kommission kündigte an, überwachen zu wollen, ob Apple die Änderungen wie geplant umsetzt. Daher plane die Brüsseler Behörde aktuell keine konkreten zusätzlichen Bußgelder, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission.