Zeit 29.09.2026
11:31 Uhr

Deutscher Schulpreis 2026: Deutscher Schulpreis geht an Schule im hessischen Mörfelden-Walldorf


Die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule gewinnt wegen ihres »reflektierten Umgangs mit Daten« den Deutschen Schulpreis. Fünf weitere Schulen wurden ebenfalls geehrt.

Deutscher Schulpreis 2026: Deutscher Schulpreis geht an Schule im hessischen Mörfelden-Walldorf
Die Bertha-von-Suttner-Schule im hessischen Mörfelden-Walldorf hat die Hauptauszeichnung beim Deutschen Schulpreis 2026 gewonnen. Die Gesamtschule erhielt die Auszeichnung, die mit 100.000 Euro dotiert ist, bei einer Preisverleihung mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin. Begründet wurde die Entscheidung mit dem »reflektierten Umgang mit Digitalität und Daten«. Die Schule nutzt laut Jury etwa Daten zur Steuerung von individuellen Förderprozessen und verwendet Künstliche Intelligenz in »beeindruckender Virtuosität« als Lernwerkzeug. Mittelpunkt des Konzepts der Schule, die im Rhein-Main-Gebiet liegt, sind sogenannte SegeL-Zeiten. Dreimal pro Woche arbeiten die Jugendlichen 90 Minuten an individuell geplanten Aufgaben und werden dabei von zwei Lehrkräften bedarfsgerecht begleitet. Zusätzlich gibt es mit dem »Lernnetz« ein System aus Diagnose und passgenauen Lernpfaden, über das Lücken identifiziert und Lösungen angeboten werden. Dieses System führt dazu, dass auffallend viele Kinder höhere Abschlüsse erhalten als ursprünglich von ihren Grundschulen prognostiziert . Bewegungskonzept und selbstbestimmtes Lernen Fünf weitere Schulen wurden bei der Preisverleihung mit Bundeskanzler Merz mit dem Deutschen Schulpreis und jeweils 30.000 Euro ausgezeichnet. Dazu gehört die Oberschule Berenborsten im niedersächsischen Garbsen. Dort wird von der fünften bis zur zehnten Klasse das Unterrichtskonzept THEO (themenorientierter Unterricht) angewandt. An der Schule wird fächerübergreifend anhand von Themenfeldern wie »Ein Wald voller Rätsel« unterrichtet. Dazu kommt der als »Frei Day« umgetaufte Freitag, an dem Schülerinnen und Schüler in Projekten gesellschaftlich relevante Fragestellungen bearbeiten . Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Staatliche Grundschule Tannroda im thüringischen Bad Berka. Die mit 106 Schülerinnen und Schülern vergleichsweise kleine Einrichtung ist nur eine von zwei Schulen in Thüringen, die in allen Jahrgängen auf Ziffernnoten verzichten darf. Stattdessen gibt es im sogenannten Pflanzenwachstumsmodell vier klar definierte Niveaustufen, die verständlich visualisiert werden. In altersgemischten Gruppen wird fächerübergreifend und projektorientiert unterrichtet. Das Konzept der Schule wird von fest verankerten Bewegungs- und Entspannungsphasen abgerundet. Eine weitere Preisträgerin ist die Hans-Leipelt-Schule in Donauwörth in Bayern. Von der Jury wurde das »beeindruckend konzentrierte und produktive Arbeitsklima« hervorgehoben. Ein Klassenplan statt eines Stundenplans strukturiert den Lerntag, Inputphasen wechseln sich mit selbstorganisierten Lernphasen ab, und die Unterrichtsentwicklung wird kontinuierlich reflektiert . Die Berufliche Schule setzt auch einen Fokus auf das Wieder-Ankommen im System Schule für Schülerinnen und Schüler, die nach einer erfolgreichen Ausbildung das (Fach-)Abitur absolvieren wollen. »Preis der Jury für gesellschaftlichen Zusammenhalt« geht nach Hamburg Ebenso ausgezeichnet wurden die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule im baden-württembergischen Tuttlingen und das Georg-Christoph-Lichtenberg-Oberstufengymnasium in Bruchköbel, Hessen. Insgesamt waren 15 Schulen im Finale nominiert. Alle Finalschulen, die nicht mit einem offiziellen Preis bedacht wurden, erhielten eine Anerkennung in Höhe von 5.000 Euro. Der mit 30.000 Euro dotierte »Preis der Jury« geht an die Stadtteilschule Wilhelmsburg in Hamburg. Die Juroren zeichneten damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus, der an der Schule beispielhaft vorgelebt werde. Die Lehrkräfte der Schule führen mit allen 1.228 Schülerinnen und Schülern, von denen etwa 86 Prozent eine Migrationsgeschichte haben, wöchentlich ein zehnminütiges Coaching-Gespräch. Dort werden nicht nur individuelle Lernfortschritte dokumentiert, sondern auch persönliche Themen angesprochen, die das Lernen beeinflussen. Darüber hinaus lobte die Jury die Elternarbeit der Schule als »herausragend«. So stärkten etwa Elternmentorinnen und -mentoren und das Sprachbildungskonzept »Family Literacy« die Erziehungspartnerschaft. Der Deutsche Schulpreis wird in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal vergeben . Mit ihm zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung seit 2006 jährlich die besten Schulen Deutschlands aus. In diesem Jahr bewarben sich 87 Schulen, von denen 20 vorausgewählt und von Juryteams besucht wurden. Auf Grundlage der Besuche wurden 15 Schulen fürs Finale nominiert. Der Preis wird in Kooperation mit der ARD und der ZEIT Verlagsgruppe verliehen.