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21.03.2026
07:33 Uhr
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Hunderte Anhänger der rechtsextremen Szene wurden zuletzt mit Haftbefehl gesucht. Offen waren laut Bundesinnenministerium auch Haftbefehle gegen 185 Reichsbürger.

Mehr als 500 Rechtsextremisten sind in Deutschland zuletzt mit offenen Haftbefehlen gesucht worden. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünenfraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Demnach waren zum Stichtag am 30. September 2025 insgesamt 688 Haftbefehle gegen 515 Personen aus der rechtsextremen Szene offen. Außerdem wurden zum selben Stichtag 185 sogenannte Reichsbürger und Selbstverwalter mit insgesamt 242 offenen Haftbefehlen gesucht. Grüne drängen auf Konsequenz Laut dem Bundesinnenministerium registrierte die Polizei im vergangenen Jahr bundesweit 36.951 rechtsextreme Straftaten, davon 1.395 Gewaltdelikte. Im Jahr 2024 hatten die Zahlen mit 42.788 Straftaten, davon 1.488 Gewaltdelikte, höher gelegen. Für die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünenfraktion, Irene Mihalic, ist das kein Grund zur Entwarnung : "Fast 37.000 Delikte zeigen, wie massiv das Problem weiterhin ist. Sechs versuchte Tötungsdelikte und rund 1.400 Gewalttaten belegen die ungebrochene Gewaltbereitschaft der Szene ." Der Bundesinnenminister müsse konsequent handeln : Offene Haftbefehle müssten vollstreckt werden. Das gelte ebenso für die Entwaffnung von Rechtsextremen. Auch gegen sogenannte Reichsbürger müsse konsequenter vorgegangen werden, forderte Mihalic. Es handele sich um rechtsextreme und antisemitische Akteure, die den Staat ablehnten .