Zeit 10.08.2026
07:02 Uhr

Bahn-Pünktlichkeit: Fahrgastverband Pro Bahn fordert strengere Ziele für die Bahn


Die Bonuszahlungen für Bahnmanager sollen künftig an konkrete Ziele gekoppelt werden. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert etwa, die Pünktlichkeit strenger zu definieren.

Bahn-Pünktlichkeit: Fahrgastverband Pro Bahn fordert strengere Ziele für die Bahn
In der Debatte um Bonuszahlungen für Bahnmanager hat der Fahrgastverband Pro Bahn sich für eine strengere Gestaltung der Ziele ausgesprochen. Zuvor hatte der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) angekündigt, dass sich eine Nichteinhaltung der vorgegebenen Ziele für die Bahn künftig auf die Bonuszahlungen für Bahnmanager auswirken solle. Der Pro-Bahn-Vorsitzende Jörn Iffländer sagte dem Tagesspiegel , dass Bilger sich sehr werde anstrengen müssen, die Boni richtig zu gestalten. Bisher hätten die Bahnmanager »das Ministerium immer ausgetrickst«. Er forderte, dass Züge künftig ab drei Minuten als verspätet gelten sollten statt ab sechs. Außerdem müssten ausgefallene Züge auch als verspätet gelten. Da das bisher nicht der Fall war, seien teilweise so viele Halte ausgelassen worden, bis der Zug auf seiner Rückfahrt wieder pünktlich gewesen sei. Zudem solle nicht ausschließlich die Pünktlichkeit bewertet werden. Pro Bahn fordert neue Berater Iffländer sprach sich dafür aus, dass Minister Bilger die Berater austauscht, die bisher für die Bonusgestaltung zuständig waren. Das Bundesverkehrsministerium müsse »mehr auf die Branche und Verbände hören«. Sein Verband habe beim Dialog zur Infrastrukturgesellschaft InfraGO »mehrere Vorschläge gemacht, wie die Boni zu gestalten sind, sodass sie nicht ausgetrickst werden können«, sagte Iffländer. Diese seien aber nicht umgesetzt worden. Bilger hatte der Bild am Sonntag gesagt, dass die Pünktlichkeit der Bahn aktuell »völlig unzureichend« sei und entsprechende Konsequenzen für die Bonuszahlungen angekündigt. Vollständige Pünktlichkeit sei unrealistisch, aber im Fernverkehr sei mit der Bahn eine Pünktlichkeitsquote von 70 Prozent bis 2029 vereinbart. Im ersten Halbjahr habe diese Quote bei 60 Prozent gelegen, in den heißen Sommermonaten noch darunter. Im Juli kamen nach Angaben der Bahn 52,6 Prozent aller Fernzüge pünktlich ans Ziel. Dass Pünktlichkeit bei den Boni eine größere Rolle spielen müsse, hatte Bilgers Vorgänger Patrick Schnieder schon 2025 in einem Interview mit der ZEIT gesagt .