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06.10.2026
16:17 Uhr
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Am Klavier klingt er nach Musterschüler, aus seinen Texten spricht er als Oberlehrer. Trotzdem ist »Keine Angst« von Danger Dan das Popalbum der Stunde.

Die Ansage war immer: maximal drei Akkorde. Niemand hat allerdings gesagt, dass man sie auf der Gitarre spielen muss. Der Berliner Musiker Danger Dan zum Beispiel hat das Punk-Ethos, das all seine Projekte gemeinsam haben, in den letzten Jahren aufs Klavier übertragen. Dort sitzt er nun in Springerstiefeln und Bomberjacke, klimpert voran wie ein überambitionierter Musikschüler und wird damit immer erfolgreicher. Am vermeintlichen Widerspruch zwischen den antifaschistischen Botschaften, aus denen seine prägnantesten Songtexte bestehen, und dem gutbürgerlichsten aller Instrumente, mit dem er diese Texte begleitet, bleiben die Leute gerade hängen. Egal, ob sie Kulturmenschen oder ZDF-Intendant sind, ob sie Böhmermann aus Überzeugung oder Ablehnung geguckt haben. Danger Dan ist ein Bruder im Geiste des scheidenden Showmasters: Man kann seine Musik sehr gut finden und sich fast noch besser darüber aufregen.