Zeit 08.03.2026
15:19 Uhr

(+) Tracey Emin: Nichts ist ihr peinlich


Ist Tracey Emin das letzte Kunstgenie? Gerade zeigt die Tate Modern in London eine Ausstellung ihrer Werke, die größer und ehrerbietiger nicht sein könnte.

(+) Tracey Emin: Nichts ist ihr peinlich
Ihr Leid hat sich ausgezahlt, und das keineswegs nur in materieller Hinsicht. Immer wieder war es Tracey Emin gelungen, selbst im größten Unglück obenauf zu bleiben und all die Gewalt, die ihr widerfuhr, in etwas zu verwandeln, das sie berühmt und erfolgreich machen sollte: ihre Kunst. Nichts schien dem Arbeiterkind aus Margate erspart zu bleiben, die Armut nicht, nicht die Vergewaltigung mit 13, der Missbrauch, die Verachtung, auch nicht der britische Kunstbetrieb, der in den 1990er-Jahren allein männliche Skandalkünstler umschwärmte, allen voran Damien Hirst, und der für eine wie Tracey Emin bloß mitleidige Blicke übrig hatte und ein paar grelle Schlagzeilen. Heute ist sie 62 und gilt vielen im wahrsten Wortsinn als Ikone: anbetungswürdig.