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27.09.2026
20:30 Uhr
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Sogenannte Freunde der russischen Kultur kritisieren die Schließung des Russichen Hauses. Wer so denkt, hat sich noch nicht mit der Geschichte dieser Kultur beschäftigt.

Alexander Estis, 1986 in Moskau geboren, lebt als Schriftsteller in der Schweiz. 2025 erschien sein Buch »Schergenstaat Russland: Ideologie, Propaganda, Repression und Widerstand« bei NZZ Libro. Von überall her höre ich die sogenannten Freunde der russischen Kultur stöhnen. Denn das Russische Haus, genauer: Das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin wurde geschlossen. Damit reagierte die Bundesregierung auf den versuchten russischen Drohnenanschlag am Flughafen Halle/Leipzig. »Wir brechen alle Brücken ab für kulturellen Austausch. Wir brechen alle Brücken ab für Dialog«, ergeht sich Sahra Wagenknecht in bestürztem Echauffement, das ihre Parteikollegin Sevim Dağdelen gleich – wie sollte es anders sein – zu einem Nazivergleich steigert: »Mit ihrem Furor gegen den Kulturaustausch erinnert diese Bundesregierung an finsterste deutsche Zeiten.« Die Schließung des »Kulturzentrums« sei das »völlig falsche Signal«, erklärt auch die AfD-Bundestagsabgeordnete Christina Baum, und Linkenpolitikerin Kerstin Kaiser stimmt in das Lamento mit ein: »Die Zeitenwende spült einen Ort der Kultur, der Bildung und Begegnung hinweg. Der Verlust markiert eine Niederlage für demokratisches Denken, für die Offenheit und Toleranz Berlins.«