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05.10.2026
08:01 Uhr
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Flávio Bolsonaro galt lange als chancenlos. Nun könnte er Brasiliens Präsident werden – und seinen Vater aus der Haft befreien. Lula bleibt nur ein Weg, um aufzuholen.

Bis vor Kurzem glaubten viele Brasilianer noch, die Ära Bolsonaro sei zu Ende. Vorbei die Jahre, in denen Jair Bolsonaro als Präsident ihr Land verwüstete, Hunderttausende Coronatote mitverantwortete, den Regenwald in Rekordtempo abholzen ließ, eine Million neue Schusswaffen in Umlauf brachte, gegen Minderheiten hetzte, Familien spaltete. 2022 schien Bolsonaro schließlich seine letzte Vorstellung zu geben: Er verlor die Wahl, drängte das Militär zum Putsch, ließ seine Anhänger das Regierungsviertel stürmen und wurde schließlich vom obersten Gericht zu 27 Jahren Haft verurteilt. Der rechtsextreme Ex-Militär schien damit endgültig aus der Politik gedrängt, wie ein Kasper, der in seiner Kiste verschwindet.