Zeit 12.03.2026
18:00 Uhr

(+) "Nouvelle Vague" von Richard Linklater: So einen Film gab’s noch nie!


Mit seinem Kinofilm "Nouvelle Vague" zeigt der Regisseur Richard Linklater: Für eine Revolution braucht es nur Mut, eine Sonnenbrille und ein Pariser Bistro.

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Jetzt, heute, in genau diesen Zeiten macht es einen Heidenspaß, einem Wunder zuzuschauen: hineinzuspringen in die Revolution, in die sich immer aufs Neue brechende schönste aller Wellen am Strand des Kinos. Nouvelle Vague heißt der Spielfilm, im dem der US-amerikanische Regisseur Richard Linklater für sich und uns ausmalt, wie einst Jean-Luc Godard in Paris den Film Außer Atem drehte, ein junger Schweizer Filmkritiker mit Sonnenbrille, aus dessen Geist die Nouvelle Vague und das moderne Kino geboren wurden, 1959 war’s. Linklater zeigt die Geburt als eine Mischung aus einsamer Überzeugung und kollektiver Improvisation: Jeden Morgen kritzelt Godard (mit kongenial knarzender Stimme gespielt von Guillaume Marbeck) im Bistro die Szenen des Tages auf einen Zettel, er respektiert keine Regeln, will kein künstliches Licht, keine Maske, keine Proben. Er sucht die Unmittelbarkeit, er will, dass die Stadt Paris, ihr Rhythmus, ihre Bewohner, Boulevards, Autos und das Wetter einziehen in diese Liebesgeschichte, die für ihn die wesentlichen Elemente des Kinos enthält: "a girl and a gun". Oder: Ein Ganove verliebt sich in eine amerikanische Studentin, die ihn an die Polizei verraten wird.