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13.03.2026
15:11 Uhr
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Carcassonne in Südfrankreich hat noch seine Stadtmauern und Weinreben – aber manche Bewohner fühlen sich nicht mehr sicher. Werden hier die Rechtsnationalen triumphieren?

Wenn man von oben schaut, von den weltbekannten Festungsmauern der alten Stadt, dann erscheint einem Carcassonne als ein glücklicher Ort. Die schmalen Gassen, die hübsch gedeckten Häuser, die Brücke, die sich seit dem Mittelalter über den Fluss spannt. Auf der anderen Seite schmiegen sich Weinreben an den Burghügel. Was man nicht sieht von hier oben, sind die Sorgen der Stadt. Die verfallenen Häuser und verwitterten Fensterläden. Die vielen Geschäfte, die jetzt leer stehen. Den kleinen Laden gleich neben dem Rathaus zum Beispiel. Die Schaufensterscheiben sind abgeklebt, ein Rollgitter heruntergelassen. Man sieht auch nicht, dass der Stadt Ärzte fehlen. Oder dass in einigen Vierteln immer mehr Drogen gehandelt werden und Waffen. Gerade erst hat in Carcassonne ein Prozess gegen zwölf mutmaßliche Mitglieder eines Dealerrings begonnen, unter ihnen zwei Tschetschenen.