|
08.03.2026
18:22 Uhr
|
Sie brachen allein auf und stritten für ihre Rechte: Wie Arbeitsmigrantinnen aus der Türkei Geschlechterrollen auf den Kopf stellten – und die Bundesrepublik veränderten.

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 10/2026. Türkan Alp kommt aus Ankara – und aus einer Laune heraus. Es ist Sommer, sie ist 27 Jahre alt, West-Berlin verheißt mehr als nur Fabrikarbeit. Fatma Kaya, Anfang 20, ist in einem anatolischen Dorf aufgewachsen. Sie kommt, um zu arbeiten. Ihren Mann und zwei kleine Kinder lässt sie in der Türkei zurück. Gülsüm Kaya ist erst sieben, als sie in die Bundesrepublik aufbricht. Ihr Vater fertigt Asbestrohre im West-Berliner Eternit-Werk. Nach einem Jahr der Trennung holt er Frau und Kinder nach.