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17.03.2026
08:02 Uhr
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Vor 10 Jahren beschloss die EU, die asylpolitische Verantwortung an die Türkei auszulagern. Jetzt soll das Prinzip ausgeweitet werden. Haben wir denn gar nichts gelernt?

Ihr sorgt dafür, dass wir uns über syrische Kriegsflüchtlinge keine Gedanken mehr machen müssen. Wir geben euch Geld, damit ihr sie versorgt, und stellen ansonsten keine unangenehmen Fragen zu Demokratie und Menschenrechten. Das war in etwa der Deal, den die EU vor zehn Jahren mit der türkischen Regierung schloss. "Alle neuen irregulären Migranten, die ab dem 20. März 2016 von der Türkei auf die griechischen Inseln gelangen, werden in die Türkei rückgeführt", beschlossen die europäischen Staats- und Regierungschefs damals. Hunderttausende Menschen, viele von ihnen aus Syrien, flohen während der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 über die Türkei Richtung Europa, entweder per Boot über das Mittelmeer oder auf dem Landweg – der "Balkanroute" – über Mazedonien, Serbien und Kroatien. Die EU-Mitgliedstaaten hätten theoretisch allen von ihnen Zuflucht bieten können. Aber sie konnten sich nicht darauf einigen, wer wie viele aufnehmen sollte. Stattdessen schlossen sie einen Pakt mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Der hatte sich da längst als autoritärer Herrscher erwiesen, aber das war ab sofort zweitrangig.