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23.09.2026
17:21 Uhr
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Antje Kunstmann führte ihren kleinen, unabhängigen Verlag mit Eigensinn und viel Gespür für gute Literatur. Nun ist die Münchner Verlegerin gestorben. Ein Nachruf.

Es gibt melancholische Verleger, die seit Jahrzehnten das Ende des Buches und des Lesens voraussagen. Und es gibt hoffnungsvolle und gut gelaunte Verlegerinnen wie Antje Kunstmann: eine warmherzige, immer Zuversicht ausstrahlende Ikone der hohen Kunst des Bücherverlegens. Vor 36 Jahren hat sie etwas für die damalige Zeit völlig Unerhörtes gewagt: Sie hat einen neu gegründeten Verlag nach einer Frau benannt – und zwar nach sich selbst. Mit Vor- und Zunamen. Der Münchner Antje Kunstmann Verlag war eine legendäre Adresse unter den unabhängigen deutschen Verlagen, einer der Großen unter den Kleinen. Weil Antje Kunstmann über einen eigensinnigen und politisch wachen Kopf, einen unbestechlichen literarischen Geschmack und unerschütterlichen Humor verfügte, hat sie viele Autoren und Autorinnen entdeckt, die erfolgreich wurden (und ihr darüber leider manchmal auch untreu).