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12.03.2026
08:13 Uhr
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Mit Mitte 20 geriet Anna-Nicole Heinrich in eins der höchsten Kirchenämter. Sie fastet nicht und findet: Der Wehrdienst kann auch ein Friedensdienst sein.

Noch ist es normal, eine Bischöfin mit "Frau Bischöfin" anzureden, und höflicherweise betitelt man, zumindest bei der ersten Begegnung, einen katholischen Bischof mit Exzellenz, einen Kardinal mit Eminenz. Bei ihr aber wäre es seltsam, "Frau Präses" zu sagen und das Du nicht zu erwidern. Sie ist 29, die Interviewerin 33. DIE ZEIT: Anna, du bist in der bayerischen Kleinstadt Nittenau aufgewachsen, fürs Studium nach Regensburg gezogen – wolltest du nie weiter weg? Anna-Nicole Heinrich: Ich komme aus einer Familie, in der es nicht denkbar war, dass ich nach München oder Hamburg gehe und 800 Euro für ein WG-Zimmer ausgebe. Deshalb bin ich nach dem Abi eine Querstraße entfernt von meiner Mutter in eine Einzimmerwohnung gezogen. Die hat 290 Euro gekostet. Erst im dritten Semester habe ich mir eine WG in Regensburg gesucht. Ich hatte aber nie das Gefühl, hängen zu bleiben. Ich mag die Gegend sehr gern.