Zeit 05.08.2026
16:26 Uhr

(+) AfD-Parteitag in Erfurt: »Wir konnten die AfD nicht aufhalten«


Wenn Kinder politische Proteste organisieren, machen sich ihre Eltern schnell Sorgen um sie. Aber sollte die eigene Untätigkeit sie nicht viel mehr beunruhigen?

(+) AfD-Parteitag in Erfurt: »Wir konnten die AfD nicht aufhalten«
Lotta war die letzten Monate ziemlich beschäftigt – und zwar mit der AfD. Zusammen mit anderen Studierenden ist sie von Haus zu Haus gezogen und hat mit Menschen über den Parteitag der AfD in Erfurt gesprochen. Die Idee war, möglichst viele Menschen zusammenzubringen, um die Delegierten auf ihrem Weg in die Veranstaltungshalle zu behindern. Man kann natürlich viel dagegen vorbringen, dass man eine Partei an ihrem Parteitag hindern will. Schließlich ist der gesetzlich vorgeschrieben. Man kann aber auch viel über zivilen Ungehorsam sprechen und darüber, dass es in der Geschichte der Bundesrepublik viele Blockaden gegeben hat, etwa gegen die Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf und die Castor-Transporte. Es gibt also eine gewisse Tradition. Und natürlich verstehe ich, dass man ein klares Ziel braucht, um Menschen mobilisieren zu können. Mir hat auch die Haustür-Aktion sehr imponiert, denn dabei trafen die Studierenden naturgemäß auf viele Menschen, die die AfD wählen wollen. Hingehen, mit Leuten sprechen, argumentieren, zuhören: Das ist es doch, was Zivilgesellschaft ausmacht, oder? Gleichzeitig habe ich mich auch ziemlich gesorgt. Ich weiß ja, wie es bei solchen Blockaden zu eskalierender Gewalt kommen kann. Schon im Vorfeld hat die Polizei bekannt gegeben, auf jeden Fall den AfD-Mitgliedern den Weg bahnen zu wollen.