Regisseur Werner Herzog hat zwar fast eine Million Follower auf der Plattform Instagram, aber kein eigenes Smartphone. Der Account sei eine spontane Idee gewesen, sagte der 84-Jährige der „ Zeit (verlinkt auf https://www.zeit.de/2026/39/werner-herzog-bucking-fastard-filmbiennale-venedig-kate-rooney-mara) “. Als er ein Steak auf den Grill gelegt habe, habe sein jüngerer Sohn das mit dem Smartphone gefilmt und gemeint: „Jetzt eröffnen wir damit deinen Instagram-Account. Ich könne nicht immer nur so altmodisch sein und müsse einen neuen Kontakt zum Publikum herstellen. Nach dem, was ich so über Instagram höre, filmen andere Leute ihren Hamburger bei McDonald’s.“ Auf der Plattform wolle er „nur Vignetten machen“, fügte Herzog hinzu. Diese müssten aber Substanz haben. Das Echo auf seine Posts könne er nicht sehen, weil er kein Smartphone habe. Durch seinen Sohn wisse er aber, „dass viele, die mit mir auf Instagram Kontakt suchen, sehr, sehr jung sind, zwischen 15 und 20“, sagte Herzog. Soziale Medien sehe er generell sehr kritisch. „Wir haben bereits eine gesamte Generation an die wahnwitzige Flachheit von Social Media verloren“, ergänzte der Regisseur. „Ich finde es großartig, dass jetzt Australien und andere Länder den Social-Media-Zugang für Kinder sperren oder verkürzen. Das ist keine Frage von Freiheitsentzug, sondern eine außerordentliche kulturelle Leistung, die gegen den Zeitgeist steht. Ich ziehe meinen Hut vor Australien.“ In Bezug auf die AfD betonte Herzog, ein Verbot der Partei abzulehnen. „Wenn eine solche politische Kraft sich auf einmal am äußeren Rand entfaltet, muss das einen Hintergrund haben. Dafür braucht es eine politische Antwort, die so viel Kraft hat, dass die Ränder Ränder bleiben. So einfach ist das. Ein Parteiverbot können nur Kretins fordern.“ Werner Herzog, geboren in München, wohnhaft in Los Angeles, stellt gerade seinen neuen Film „Bucking Fastard“ bei den Filmfestspielen in Venedig vor.