Polizei und Staatsanwaltschaft in Kiel ermitteln wegen eines mutmaßlichen Millionenbetrugs in einem gemeinnützigen Verein. Laut Informationen der „SHZ“ handelt es sich um den Verein „Brücke“. Dazu wurden die Geschäftsräume des Vereins und Privatwohnungen von Verdächtigen durchsucht. Die Ermittlungen richten sich gegen zehn Personen, wie die Ermittlungsbehörden mitteilten. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Nach bisherigen Erkenntnissen besteht der Verdacht, dass Fördermittel des Kreises Rendsburg-Eckernförde sowie von Städten und Kommunen, die für\nbestimmte Teilbetriebe des Vereins gewährt wurden, entgegen den Förderbestimmungen für die Kosten in anderen Teilbetrieben verwendet worden sein sollen. Verwendungsnachweise der einzelnen Teilbetriebe sollen verfälscht worden sein, um Rückforderungen zu verhindern. Wurden 1,8 Millionen Euro falsch abgerechnet? Die Ermittler schätzen für das Jahr 2023 einen falsch abgerechneten Betrag in Höhe von rund 650.000 Euro. Für das Jahr 2024 sollen es etwa 300.000 Euro sein und für 2025 rund 850.000 Euro. Insgesamt handelt es sich um einen Betrag von circa 1,8 Millionen Euro. Die „Brücke“ Rendsburg-Eckernförde wurde 1984 gegründet. Ursprünglich handelte es sich um eine ehrenamtliche Initiative zur Förderung der seelischen Gesundheit. Mittlerweile beschäftigt der Verein – ein Netzwerk aus sozialen Initiativen und Organisationen – über 1200 Mitarbeiter. Der Verein hat unter anderem Angebote in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe und Hilfen für Menschen mit Behinderung. Erst Ende Februar hatte der Sozialausschuss des Kreises Rendsburg-Eckernförde mit knapper Mehrheit eine Fristverlängerung für ein Wohnwerk-Projekt der „Brücke“ beschlossen. Bei dem Projekt habe es sich von Anfang an um ein Modellprojekt gehandelt, hieß es laut „SHZ“. Trotz wiederholter Aufforderungen seitens der Politik sei es der „Brücke“ nicht gelungen, weitere passende Gesellschafter zu finden. Zudem seien unter anderem „Problemimmobilien“ in Rendsburg angemietet worden. Auch seien 96 Prozent der Wohnungen als Untermietverhältnisse angemietet worden, was dem Ziel, die Betroffenen in richtige Mietverhältnisse zu bringen, widerspreche.