Das US-Militär hat vier iranische Drohnen abgeschossen, die in Richtung der Straße von Hormus gestartet waren. „Die Angriffsdrohnen stellten eine unmittelbare Bedrohung für den regionalen Seeverkehr dar“, teilte das für die Golfregion zuständige US-Regionalkommando Centcom. Kurze Zeit später attackierten die USA dann iranische Radarstellungen. Die Angriffe auf die Anlagen in Goruk und auf der Insel Qeschm dienten demnach der „Selbstverteidigung“ gegen weitere iranische Attacken. Ebenfalls teilte das US-Militär am Freitag mit, dass man einen mit dem Iran in Verbindung stehenden und mit Sanktionen belegten Öltanker im Indischen Ozean geentert hätte. Von iranischer Seite gab es neue Angriffe auf Kuwait und Bahrain. Auch mehrere Öltanker wurden vonseiten des Iran angegriffen. Es sind die neuesten Vorfälle in einer Reihe von gegenseitigen Angriffen, die die Bemühungen um eine Einigung zur Verlängerung der seit knapp zwei Monaten geltenden Waffenruhe belasten. Obwohl die Angriffe neue Befürchtungen aufkommen ließen, der Waffenstillstand könnte endgültig zusammenbrechen, bekräftigte Trump, er sei sicher, dass seine Regierung auf dem besten Weg sei, den Konflikt erfolgreich zu beenden. Am Freitag bekräftigte er, dass „die Lage mit dem Iran recht gut zu laufen scheint“. „Wir werden uns sehr schnell aus dem Iran zurückziehen, und es wird sehr entschlossen geschehen, sei es mit einem Stück Papier oder auf die sehr harte Tour“, sagte Trump bei einer Veranstaltung mit Landwirten in Wisconsin. Nach seiner neuesten Schätzung verfügt Teheran noch über gut ein Fünftel seines Raketenarsenals. Die meisten Drohnen (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/drohnen/) fabriken, Abschussrampen und Einrichtungen zur Raketenproduktion seien ausgeschaltet worden, sagte der Republikaner in einem Interview mit dem TV-Sender NBC News. „Aber sie verfügen weiterhin über Kapazitäten. Sie haben noch einige Raketen und einige Drohnen.“ Trump ergänzte: „Prozentual würde ich sagen, vielleicht noch 21 bis 22 Prozent ihrer Raketen.“ Das seien immer noch viele, aber nicht mehr das, was sie anfangs hatten. Medienberichte nennen deutlich höhere Zahlen als Trump Es blieb unklar, worauf Trumps Schätzung des iranischen Raketenarsenals beruhte. Zuletzt hatte es immer wieder Medienberichte gegeben, die unter Berufung auf US-Beamte oder Geheimdiensterkenntnisse nahelegten, dass der Iran weiter über einen großen Teil seiner Raketen verfügt. Die „New York Times“ etwa berichtete Mitte Mai, der Iran verfüge noch über etwa 70 Prozent seiner mobilen Abschussrampen sowie rund 70 Prozent seines Raketenarsenals. Die „Washington Post“ hatte ähnliche Zahlen genannt. Ein ranghoher Vertreter des US-Militärs bezeichnete jene kursierenden Zahlen bei einer Anhörung im US-Kongress aber als falsch – ohne eigene Zahlen zu nennen. Trump hat seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar immer wieder betont, wie erfolgreich die Militärschläge gegen den Iran gewesen seien. Unterdessen wurde bekannt, dass Kuwait bei den USA Abwehrsysteme gegen Drohnenangriffe gekauft hat. Man habe den Verkauf entsprechender Rüstungsgüter im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro) genehmigt, teilte das US-Außenministerium mit. Kuwait wurde im Zuge des Iran-Kriegs immer wieder Ziel iranischer Angriffe, weil das Land Militärstützpunkte der USA beherbergt. So auch am frühen Samstagmorgen: Die Luftabwehr war im Einsatz, teilten die Streitkräfte des Landes auf der Plattform X mit. In der Nähe des Flughafens von Kuwait hat es mehrere Explosionen gegeben. Nach Angaben des US-Militärs hatte der Iran sieben ballistische Raketen auf Kuwait und Bahrain abgefeuert. Sechs der Raketen seien abgefangen worden, die siebte habe ihr Ziel nicht erreicht, teilte das US-Militär weiter mit. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) erklären, die Angriffe auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain seien eine Vergeltung für US-Attacken auf iranische Stellungen im Golf. Zudem hätten die IRGC vier Öltanker beschossen, die versucht hätten, die Straße von Hormus ohne ihre Genehmigung zu durchfahren.