Welt 20.03.2026
22:45 Uhr

USA erwägen laut Trump, Militäreinsatz im Nahen Osten „zurückzufahren“


Ist das die Ankündigung für den US-Rückzug auf dem Iran-Krieg? US-Präsident Donald Trump hat erklärt, er erwäge ein Auslaufen der militärischen Aktivitäten im Nahen Osten. Die Kriegsziele seien fast erreicht.

USA erwägen laut Trump, Militäreinsatz im Nahen Osten „zurückzufahren“

Der US-Militäreinsatz gegen den Iran könnte überraschend vor dem Ende stehen: US-Präsident Donald Trump hat erklärt, er erwäge ein „Zurückfahren“ der Militäroperation im Nahen Osten. Das schrieb er auf seiner Plattform „ Truth Social (verlinkt auf https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116263563453969628) “ am Freitagabend. Unklar ist, wann und in welchem Umfang: Trumps Wortwahl im Original („winding down“) kann als zurückfahren oder zurückschrauben, aber auch als abwickeln oder auslaufen lassen übersetzt werden. Gleichzeitig verlegen die USA allerdings Tausende weitere 2500 Soldaten und drei Kriegsschiffe in die Region. +++ Alle Entwicklungen zum Iran-Krieg im Liveticker +++ (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article69bce233ea8bf301e4ae1a85/krieg-in-nahost-trump-beschimpft-nato-partner-als-feiglinge-iran-droht-weltweit-mit-attentaten-auf-zivilisten-liveticker.html) Der US-Präsident schrieb weiter, die USA seien einer Erreichung ihrer Kriegsziele sehr nah. Zu den beinahe erreichten Zielen zählen laut Trump die komplette Zerstörung der iranischen Raketenkapazitäten und Rüstungsindustrie, eine Eliminierung der iranischen Marine und Luftwaffe und eine Absicherung, dass der Iran nie eine Atombombe bauen könne. Diese Ziele, die Trump schon zu Beginn des Krieges betont hatte, ergänzte er um ein fünftes: Man wolle „den Schutz unserer Verbündeten im Nahen Osten auf höchstem Niveau gewährleisten“. Dabei nannte er Amerikas Partner in der Golfregion. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt schrieb im Onlinedienst X, „der Präsident und das Pentagon rechneten damit, dass die Erfüllung dieser Mission etwa vier bis sechs Wochen dauern würde“. Die US-Streitkräfte leisteten „hervorragende Arbeit“, fuhr sie fort. Die Führung in Teheran werde Tag für Tag geschwächt. Der US-Präsident hatte den Krieg vor knapp zwei Wochen „so gut wie beendet“ genannt und als „kurzen Ausflug“ bezeichnet. Seitdem setzten die USA und Israel ihre Angriffe jedoch fort. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte am Donnerstag, die USA lägen bei ihren Kriegszielen „sehr gut im Plan“. Trump und US-Regierungsvertreter hatten mehrfach unterschiedliche Kriegsziele definiert, darunter unter anderem auch einen Regimewechsel in Teheran. Darauf deutet bisher nichts hin. Trump will Schutz der Straße von Hormus anderen Nationen überlassen Trump ging auch auf die Blockade der Straße von Hormus (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/plus69b7f5ef17184da7cffdb7ba/strasse-von-hormus-werden-uns-merken-wer-hilft-trumps-nato-forderung-rueckt-deutschland-in-den-fokus.html) ein, über die etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Erdgaslieferungen transportiert wird. Trump hatte seine Verbündeten, darunter auch Deutschland, unter Druck gesetzt, den USA bei der militärischen Sicherung der Meerenge zu helfen, deutete jedoch an, dass er diese Aufgabe nun gänzlich anderen Nationen überlassen werde. „Die Straße von Hormus muss bei Bedarf von anderen Nationen, die sie nutzen, bewacht und kontrolliert werden – die Vereinigten Staaten tun dies nicht! Auf Anfrage werden wir diesen Ländern bei ihren Bemühungen in der Straße von Hormus helfen, aber dies sollte nicht notwendig sein, sobald die Bedrohung durch den Iran beseitigt ist“, schrieb er auf „Truth Social“. Trumps Äußerungen erfolgen kurz nachdem er es abgelehnt hatte, die Kampfhandlungen im Iran einzustellen. Gleichzeitig hatte er sich zuversichtlich gezeigt, die Straße von Hormus werde sich „von selbst“ wieder öffnen, obwohl Verbündete der USA bisher zögern, militärisch einzugreifen. „Ich will keinen Waffenstillstand. Wissen Sie, man schließt keinen Waffenstillstand, wenn man die andere Seite buchstäblich vernichtet“, sagte Trump am Freitagvormittag im Weißen Haus. „Das haben wir nicht vor.“